Der Süden Irlands mit dem Wohnmobil (2 Wochen)

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432 Kilometer
6 Tage

Mit striktem West-Kurs quert unsere 14tägige Südumfahrung die grüne Insel an ihrer schlanken Mitte: von der Irischen See an die Galway Bay. Über den Wild Atlantic Way South an der Küste der Klippen führt Sie die erste Woche zu den Halbinseln des Südens: Dingle und Iveragh – mit Stopp in der Seenidylle des Killarney Nationalparks.

Irland mit dem Wohnmobil erkunden

Woche 1

Mit An- und Abreise in Dublin und dem historischen Osten der grünen Insel beginnen all unsere Tourenvorschläge für Wohnmobile und Camper. Eine spannende Zeitreise durch die Jahrtausende liegt vor Ihnen.

A driving 135km
Clonmacnoise

Tag 1

Die Spiritualität der frühen irischen Mönche

Die erste Etappe unserer 14tägigen Südumfahrung entführt Sie sogleich zu einem der großen geschichtsträchtigen Orten Irlands: Clonmacnoise. Dazu queren Sie die grüne Insel über die M6 von der Irischen See zum Atlantik: ab durch die Mitte und in die Grafschaft Offaly. Auf direktem Wege geht es zur berühmten Klosterruine, ins 6. Jahrhundert und zu den Anfängen der irischen Christianisierung. Ihre Missionierungsbewegung hat ganz Europa geprägt. Der Gegenwart näher liegt kurz zuvor ein Abzweiger zu Tullamore Town & Castle – gut 10 km extra. Dem Tullamore Dew, einem irischen Whiskey von Weltrang, verdankt die historische Stadt ihren heutigen Ruf. (Einen Besuch der Destillerie sollten Sie zuvor online reservieren.) Über Shannonbridge geht es zurück auf die M6, den schnellsten Weg nach Westen. Das Ziel für den ersten Verweiltag ist Doolin im County Clare. Kurz vor Galway wendet sich dorthin die M18 südwärts.

B driving 130km
Der Burren

In die westliche Grafschaft Clare zum Atlantik auf den Mond

Mit der Galway Bay ist der Einstieg in den Wild Atlantic Way erreicht: in eine der verblüffendsten und wildesten Landschaften Irlands, dem Karstgebiet des Burren. Es steht unter der Schirmherrschaft der UNESCO, denn es ist eine geologische Rarität von grotesker Schönheit. Sie haben die Wahl: Die R460/480 quert den Nationalpark mittig. Und sollten sie morgen hier wandern wollen, halten Sie am Info-Point im „Clare Heritage Centre“ in Corofin. Die N67 dagegen streift seine bizarre Mondlandschaft mehr nördlich. Näher am Meer geht es auf dem Wild Atlantic Way South und seinen immer schmaler werdenden Straßen zur R477 küstennah nach Doolin. Vorsicht an Engstellen: Ausflugsbusse können entgegen kommen. Ein langer Stopp an den Aussichtspunkten der Küstenstraße und ein Spaziergang über die erodierten Kalksteinterrassen bis an die Wasserkante der Meeresbucht ist nur zu empfehlen.

C Verweiltag
Aran Islands

Tag 2

Zu Wasser: auf den Archipel der Aran Islands

Ein Verweiltag in Doolin ist unvergesslich. Hier um den Cliffs of Moher und Burren Geopark liegt Irlands Klippenküste mit ihren verblüffenden Gesteinsformationen, eine vom Meer überformte Region von wilder Schönheit. Die Mondlandschaft des Burren taucht hinab in die Galway Bay und steigt auf den vorgelagerten Aran Islands wieder auf, als Inseln von großer Magie. Ihre archaischen Ringforts sind weltberühmt, allen voran Dún Aonghasa. Für einen unvergesslichen Ausflug bieten sich damit zwei großartige Alternativen: Wenn das Wetter okay ist und Sie seefest sind, sollten Sie unbedingt eine der Aran Islands auf einer Bootstour besuchen. Mit Inis Oírr, Inis Meáin und Inis Mór stehen drei Inseln zur Auswahl, gebenenfalls mit Rückkehr unterhalb der großartigen Cliffs of Moher. Lassen Sie sich von der Touristeninformation am Pier oder im Dorf beraten.

D
Cliffs of Moher

Zu Lande: in die Mondlandschaft des Burren

Alternativ warten der Burren und die Cliffs of Moher. Deren Visitor Centre 10km südlich von Doolin ist auch zu Fuß über den Cliffs of Moher Coastal Path zu erreichen. Der Burren ist ein großartiges Ziel für einen Landausflug. Sie können sogar ihr Fahrzeug stehen lassen. Nahe dem Campingplatz starten die Shuttlebusse. Nehmen Sie sich die Zeit, um den Burren in seiner bizarren Schönheit zu entdecken. Denn wann sind Sie das nächste Mal auf dem Mond? Der Info-Point im „Clare Heritage Centre“ in Corofin ist die beste Anlaufstelle. Sie wird vom National Parks and Wildlife Service bedient und gibt den Besuchern eine Übersichtskarte an die Hand. Schon gleich um die Ecke ist Caherconnell, ein keltisches Ringfort, zu besichtigen. Doch es gibt Attraktionen zuhauf: den magischen Poulnabrone Dolmen etwa, der wahrscheinlich irgendwann während der Jungsteinzeit zwischen 3.800 und 3.200 vor Chr. inmitten dieser kargen Landschaft errichtet wurde. Oder die Tropfsteinhöhlen der Aillwee Caves und Fanore Beach. Der Abend gehört Doolin, im Herzen des Irish Folk, mit einem Besuch seiner berühmten Singing Pubs nahe dem schönen Campingplatz am Doolin Pier gleich gegenüber den grandiosen Cliffs of Moher gelegen.

E driving 65km
Limerick

Tag 3

Von der Küste der Klippen zu den Halbinseln des Südens

Ein längerer Fahrtag führt Sie von Doolin an der Galway Bay über den Shannon bis zur Dingle- Halbinsel. Sie haben die Wahl: abseits des Wild Atlantic Way auf dem Landweg nach Limerick zu einem Stadtbesuch (N85 – M18/N18 – N69 ca. 70 km mehr und teils gebührenpflichtig) oder mit der kleinen Flussfähre hinüber nach Tarbert (2 Std. plus Fährzeit). Beide Routen haben ihren eigenen Reiz und kommen nahe Tralee wieder zusammen. Von dort sind es auf die Dingle Halbinsel noch 100 km. Auf dem Weg zur Killimer-Fähre ist hinter Doolin (R479 zur R478) alsbald schon ein erster unverzichtbarer Stopp angesagt: an den großartigen Cliffs of Moher. Sofern sie gestern nicht dort waren. Weiter durch die friedliche Shannon-Region über die N67. Wer engere Straßen meiden möchte, folgt ihr über Kilrush und dann den Fährbootschildern zum Fähranleger Killimer.

F driving 100km
Dingle

Von der Grafschaft Clare in die Grafschaft Kerry

Die Passage über die Mündung des mächtigen Shannon ist sehr beeindruckend, mit etwas Glück sind Delphine zu sehen. In Tarbert haben Sie die Grafschaft Kerry erreicht. Von hier verläuft die N69 über Listowel nach Tralee. Ein Kaffeestopp in der schönen Stadt ist angeraten. Die Weiterfahrt nach Dingle MUSS unbedingt südseitig über die N86 erfolgen. Denn Achtung: der Conor Pass (R560) ist ab 2t gesperrt und damit für Wohnmobile nicht passierbar. Halten Sie in Dingle (Stadt) zu einem Bummel durch die charmante kleine irische Stadt. Das Tourismusbüro am Hafen gibt Ihnen Infos für die morgige Inselerkundung. Ein schöner Übernachtungsplatz liegt am berühmten Gallarus Oratory im Westen. Sie queren die Inseln über die R559 oder folgen dorthin einfach dem „Ring of Dingle“ und seinen schönen Aussichtspunkten an der wilden Küste – im Uhrzeigersinn!

Als westlichster Campingplatz Europas liegt Oratory House Camping (Irish: Campail Teach an Aragail) am „Rande der Welt“, auf der ruhigen und schönen Dingle-Halbinsel in sauberster, frischer Meeresluft. Es ist ein Irisch sprechendes Gebiet, eine Gaeltacht wie die Aran Islands, mit besonderen spirituellen Orten. Besucher spüren diese einzigartige Kultur sogleich, ihre großartige Archäologie und Landschaft, umgeben von Musik, Poesie und Geschichten. Pub und Restaurant liegen im nahen Fischerdorf Baile na nGall, das Informationszentrum gleich auf dem Gelände, das weltberühmte Gallarus Oratory nur wenige Gehminuten entfernt.

G driving Verweiltag
Ring of Kerry

Tag 4

Zeit für Dingle im Uhrzeigersinn

Für einen Verweiltag auf der Dingle Halbinsel gibt es ein riesiges Angebot an Unternehmungen. Der „Ring of Dingle“ führt Sie zu den meisten Attraktionen und unzähligen archäologischen Stätten: prähistorischen Forts, steinzeitlichen Relikten oder den Bienenkorbhütten der frühen irischen Mönche. Wohnmobil- und Caravanfahrer sollten auf Dingle – vor allem auf dem Slea Head Drive an der Süd-Westspitze – unbedingt den Drehsinn der routierenden Busse am „Ring“ beachten: sie fahren im Uhrzeigersinn! Bleiben Sie gelassen dahinter und rollen Sie relaxt über diese Traumstraße zu vielen schönen Ausflugszielen und Naturschönheiten dieser wundervollen Halbinsel. Für Wanderer ist der bevorzugte Pfad der „Dingle Way“.


Runde auf dem Ring of Dingle

Die Kapelle des „Gallarus Oratory“ am Morgen ist ein erhabener Auftakt für diese Runde auf dem Ring of Dingle. Sie fahren zuerst nordwärts, vorbei an den vielen spektakulären Naturschönheiten dieser wundervollen Halbinsel und kommen südostwärts über die R549 nach Dingle Town – im Uhrzeigersinn – auch wieder zurück. Planen Sie Zeit für den noch vor Ihnen liegenden, etwa 30 km langen Slea Head Drive im Westen ein. Dieser Küstenabschnitt auf den engen Straßen der weit vorgelagerten Dingle-Halbinsel ist einer der spektakulärsten – voller prähistorischer Monumente und atemberaubender Panoramen. Das Städtchen Dingle selbst lädt mit seinen netten Pubs und Shops zum Shoppen und Bummeln ein. Whiskey-Freunde finden eingangs der Stadt die Dingle Destillerie. Im Hafen starten Tagestouren auf und um die Blasket Islands.

Nützliche Information

Wohnmobil- und Caravanfahrer sollten generell den Drehsinn der routierenden Busse am „Ring of Dingle“ beachten: sie fahren im Uhrzeigersinn! Folgen Sie ihnen! Denn eine Begegnung breiter Fahrzeuge mit den vielen Touristenbussen führt auf den engen bis einspurigen Straßen – nicht nur in der Hochsaison – schnell zum Verkehrsinfarkt. Bleiben Sie gelassen dahinter und rollen Sie relaxt über diese oft küstennahe Traumstraße zu den Naturschönheiten dieser wundervollen Halbinsel. Am Ring of Kerry geht es übrigens genau anders herum: gegen den Uhrzeigersinn!

H driving 80km
Killarney

Tag 5

Nach Dingle und Inch

Nahe dem „Gallarus Oratory“ beginnt die heutige Weiterfahrt. Der „Ring of Dingle“ führt Sie – wie gestern bereits im Uhrzeigersinn! – über die Traumstraße dieser Halbinsel und nach Dingle Town zurück zum WAW (South). Über die N86 geht es heute Vormittag – am Strand von Inch Beach vorbei – zum Killarney Nationalpark. Abends findet sich ein Campingplatz am Rande des Nationalparks, denn eine Übernachtung innerhalb ist nicht erlaubt. An Muckross House, dem Zentrum des Parks, ist eigens für die Besucher mit Campingfahrzeugen ein großzügiger Parkplatz eingerichtet worden. Doch Achtung: er schließt am Abend und Freischließen ist teuer. Lassen Sie es nicht darauf ankommen, sondern beachten Sie die Schlusszeiten. Es geht um den Schutz eines der letzten großen Naturreservate Irlands.

Wald- und Seenidyllen im Killarney Nationalpark

Mit seiner Seen- und Waldlandschaft ist der Killarney Nationalpark ein selten schönes und in Europa wohl einmaliges Naturgebiet. Wasserfälle und wunderbare uralte Bäume, darunter auch mächtige Redwoods, sind nur eine seiner vielen Besonderheiten. Der Park beherbergt die letzten Eichenwälder Irlands. Spaziergänge von Muckross House zur nahen Abtei (1,5 km) und kleine Wanderungen am Ufer der Seen sind wunderbare Ausflüge und leicht zu Fuß zu machen. Optional können Kutschen oder Fahrräder gemietet werden, um die Seen an diesem Nachmittag in wenigen Stunden zu umrunden. Am Abend wird es dann Zeit, zum Campingplatz aufzubrechen. Nicht weit entfernt liegt Fleming's White Bridge Caravan & Camping Park am Rand von Killarney.

I driving
Ring of Kerry

Tag 6

Am Morgen brechen Sie auf zur Meeresküste von Süd-West Kerry. Ein schöner Verweilplatz an der milden Golfstromküste erwartet Sie in Cahersiveen direkt am Ufer der Iveragh-Halbinsel. Bevorzugte Straßen dorthin sind die N71 zurück bis Killarney, wo ein erster Stopp zu einem Stadtbesuch gewiss zu empfehlen ist. Sie sind unterwegs auf dem oberen Ring of Kerry. Er gehört ab Killarney den Touristenbussen und wird von ihnen – anders als in Dingle – entgegen dem Uhrzeigersinn umrundet. Entsprechend reihen Sie sich (wie viele Wohnmobilisten und Caravaner auch) ein und folgen ihnen entspannt in diesem Drehsinn südwärts auf einer spektakulären Touristenstraße mit schönen Stopps an den Aussichtspunkten, den ausgeschilderten Discovery Points. Hinter Killarney folgen Sie der N72 nach Killorglin und dort der N70 nach Cahersiveen über den Wild Atlantic Way (South).

J driving 70km
caravan and camping
Mannix Point

Auf dem nördlichen Ring of Kerry

Die Straßen hier sind meist breit und zügig zu befahren. Tolle Aussichtspunkte liegen auf diesem Weg. Ein empfehlenswerter Stopp etwa ist Rossbeigh mit seinem wunderbaren Strand. Wenn Sie Cahersiveen erreicht haben, halten Sie doch zu einem Stadtbummel. Es gibt gute Einkaufsmöglichkeiten in den vielen Läden der charmanten Stadt. Decken Sie sich an der Touristeninformation mit Infomaterial für den morgigen Verweiltag ein. (Empfohlen sei die Touristenkarte „Skellig Coast“.) Lassen Sie sich beraten, denn Sie werden sich unter großartigen Angeboten, Ausflugszielen und Attraktionen an einem der schönsten Plätze am Ring of Kerry entscheiden müssen. Nach der Ortsdurchfahrt liegt rechterhand am Ende der Stadt eine Schule an einem Denkmal. Direkt dahinter geht ein Schotterweg rechts rein: zur Einfahrt zum Mannix Point, direkt am Meer in Süd-West Kerry.

K
Skellig Michael

Tag 7

Iveragh Halbinsel und Cahersiveen

Ein Verweiltag im gemütlichen Cahersiveen, am „Ring of Kerry“, dazu direkt am Meer, das verlangt Abwägung und Entscheidungen. Sehenswürdigkeiten gibt es mehr als genug: ortsnah Staigue Fort, eines der schönsten Ringforts Irlands, Ballycarbery Castle oder O´Connors Geburtshaus, alle mit dem Fahrrad und selbst zu Fuß prima zu erreichen. Oder einfach die Aussicht aufs Meer genießen. Abends dann vielleicht ein Besuch in einem der vielen netten Restaurants und Pubs. Wer Tatendrang verspürt, die Region zu erkunden, mag Valentia Island aufsuchen – hin über R565 und die kostenlose Brücke im malerischen Hafenstädtchen Portmagee und zurück mit der Fähre von Knightstown. Am Anleger der Pendelfähre auf der Festlandseite ist fangfrischer Fisch und Hummer für das Dinner zu kaufen. Die Inselstraßen sind zuweilen schmal und einspurig, aber mit Vorsicht gut befahrbar. Nur zum Leuchtturm ist es steil und eng und für Wohnmobile NICHT zu empfehlen.

Meeresnah am Ring of Skelligs

Die Umrundung von Valentia Island wird im Westen mit einer grandiosen Aussicht auf die Mönchsinsel Skellig Michael belohnt. Wer dieses Weltkulturerbe von Portmagee aus mit dem Boot besuchen und sein Felsenkloster erklimmen möchte, sollte frühzeitig für diesen Tag vorbuchen. Ansonsten bei der Skellig Experience die Ausstellung besuchen und einen Platz auf den begehrten Booten ergattern, die die Insel umrunden. Star Wars hat sie seit Episode VII unter den Science Fiction Fans bekannt gemacht. Am Wild Atlantic Way sind etliche Drehorte zu finden, einige hier am Skellig Ring, der für mobile Erkundungen der Schönheiten Kerry´s nur zu empfehlen ist: er dreht hinter Portmagee südwärts ab und schlängelt sich an der wunderbaren Küste auf der schmalen R567 zurück zur breiten N70. Für entspannte Ausflüge ist er weitaus ruhiger als der vielbefahrene Ring of Kerry.

Woche 2

In der zweiten Woche folgen Sie dem Ring of Kerry in die Grafschaft Cork zur Küste der Häfen. Am Old Head of Kinsale, dem Ein- und Ausstieg in den Wild Atlantic Way, ist die irische Riviera erreicht. Über die Copper Coast und Waterford geht es in Irlands historischen Osten, durch die Wicklow Mountains nach Wexford und Dublin.

L driving 80km
Kenmare

Tag 8

Gegen den Uhrzeigersinn im Süden von Kerry

Von Cahersiveen und der Iveragh Halbinsel geht es heute an der Küste der Halbinseln weiter, auf dem Südteil des vielbefahrenen Ring of Kerry. Besucherbusse dominieren ihn auch hier – und rollen wie Sie selbst gegen den Uhrzeigersinn nach Süden. Wenn Sie heute Kenmare ansteuern, werden sie rechter Hand eine grandiose Aussicht über das Meer genießen können. Südwärts vor Ihnen liegen auf dieser spektakulären Touristenstraße etliche Panorama-Stopps und viele touristische Highlights: Caherdaniel mit seinem idyllischen Park, der einstige Sitz von O´Connell, dem Liberator, der friedvoll die staatliche Unabhängigkeit Irlands verfocht. Die Schilder des Wild Atlantic Way weisen den weiteren Weg: über die N70 nach Waterville, wo Sie mit Charlie Chaplin posieren können. Waterville, das er in den 60er und 70er Jahren zu seinem Urlaubsort erwählte, hat ihm an der langen Uferpromenade mit einer lebensgroßen Bronzestatue ein Denkmal gesetzt.

M driving 30km
Healy Pass

Von Halbinsel zu Halbinsel: Beara

Bummeln ist angesagt, im farbenfrohen Sneem oder im schönen Städtchen Kenmare. Die relaxte Ruhe des Südens wird zunehmend spürbar. An sonnigen Tagen erstrahlen die Meeresarme tintenblau. Gegenüber der Küstenstraße auf der anderen Meeresseite begleitet Sie der Ausblick auf den lang gestreckten Finger der Halbinsel Beara von Kerry nach Cork. Sie ist nicht unproblematisch für Reisemobile und Caravans. Die Straßen auf dem Ring of Beara laufen gen Westen immer enger zu, die Durchfahrten sind teilweise gewichtsbegrenzt und allenfalls noch für kleine Campingbusse passierbar. Die N71 zum Übernachtungsplatz dieser Tagesetappe in Glengarriff indes ist komfortabel. Atemberaubend und ein Highlight für mobile Tourer ist der Schwenk über den Healy Pass, zu dem sich die Serpentinen auf über 300 Meter Höhe zu einer grandiosen Aussicht auf Glenmore Lake hinaufwinden – wenngleich auf einspuriger Straße mit Ausweichbuchten. Eine Ansteuerung der äußersten Landspitze zum Besuch von Dursey Island ist für breitere Fahrzeuge jedenfalls nicht anzuraten.

N driving 50km
Sheeps Head

Tag 9

Am Rande der Welt: an Sheeps Head und Mizen Head

Von den fünf Halbinseln des Südwestens liegen nach Beara immer noch zwei vor Ihnen: Sheep's Head und Mizen Head. Die Sträßchen, so scheint es, werden hier, an diesem herrlichen Rand der Welt, immer enger. Sheeps Head´s Wege sind jedenfalls sehr schmal und nicht mehr vorbehaltlos für alle Wohnmobile zu empfehlen. Dort ist es viel besser, die Fahrräder zu nehmen oder zu wandern. Und von den Halbinseln des Südens ist auch der westliche Mizen Head von Campingfahrzeugen nur auf schmalem Grat zu befahren. Der Leuchtturm auf der von Wind und Wetter umtosten Landspitze ist gewiss großartig. Der Weg zum Visitor Centre indes ist von breiten Fahrzeugen mit Vorsicht zu nehmen. Von dort aus geht es eh nur noch zu Fuß weiter an die fantastischen Klippen. 50 km sind es von Bantry dorthin und eine organisierte Tour, mit Bus oder Taxis, von dieser sehenswerten kleinen Hafenstadt aus ist gewiss erholsamer als das vage Abenteuer einer mobilen Gratwanderung und der Sorge sich festzufahren. Gespannfahrer sollten in jedem Fall besser auf der N71 bleiben.

O driving 80km
Kinsale

Zum Old Head of Kinsale im Süden

Die Weiterfahrt auf der N71 über das blühende Skibbereen zum Strand von Rosscarbery an der irischen Riviera hat ihren besonderen Charme. Die von mediterraner Vegetation geprägte Küste der Häfen zwischen Ballydehob und Kinsale ist die letzte große Region am Wild Atlantic Way, der berühmten irischen Küstenstraße, wenngleich bei Weitem nicht die letzte hier unten an der Keltischen See. Von Wikingern gegründet, haben viele Orte und Städte hier im Süden eine große Vergangenheit. Handel und Fischfang haben die gesamte Region seit dem Mittelalter ernährt und zu Wohlstand gebracht. Und nicht zuletzt die exzellente Küche inspiriert. Heutzutage jedoch laufen die Boote eher zur Walbeobachtung aus und schippern Touristen an der grandiosen Küste entlang. Mit Garrettstown ist ein schöner Übernachtungsplatz erreicht, unweit des Ein- und Ausstiegs in den Wild Altantic Way.

P driving 65km
Cork

Tag 10

Aus- und Einstieg: vom Wild Atlantic Way an die Irische Riviera

Hoch im Kurs bei Touristen aus aller Welt steht Kinsale. Die hübsche Stadt markiert Anfang und Ende: das Gateway des Wild Atlantic Way. Von den Halbinseln des Südens wendet sich diese Tour nun ostwärts, streift die Mitte der Insel und strebt Irlands historischen Osten an, vorwiegend an der Küste. Nach dem unverzichtbaren Stadtbesuch des reizenden Städtchens Kinsale geht es in die heimliche Hauptstadt Irlands, die Universitätsstadt Cork. Läuten Sie die Glocken auf St Ann´s Church und besuchen Sie das Buttermuseum. Nach einer Stadtführung oder -besichtigung auf eigene Faust ist ein delikater Lunch im English Market angesagt: kulinarisch und ästhetisch unvergesslich.

Von Cork zum Auswandererhafen Cobh

Derart gestärkt ist am frühen Nachmittag Corks alter Seehafen einen Ausflug wert: Cobh liegt nur wenige Kilometer vor der Stadt. Wer ihn mit dem eigenen Wohnmobil ansteuert, sollte an der Uferpromenade parken. Cobh ging nicht allein als Auswandererhafen Irlands in die Geschichte ein, sondern auch durch die Titanic, die hier zu ihrer Schicksalsfahrt auslief. Wer in Belfast war und das Titanic Building besucht hat, wird das südirische Pendant der Ausstellung sehen wollen, es liegt gleich am Hafen: In der Titanic Experience schlüpfen Sie in die Rolle eines der Passagiere. Cobh Heritage Centre erzählt die tragische Geschichte der Emigration. Cobh, das lebensfrohe Städtchen, ist heute eine sympathische Sommerfrische. Abendliche Entspannung findet sich auf dem Jasmine Villa Caravan & Camping Park in Carrigtwohill.

Q driving 105km
Copper Coast

Tag 11

Über die mediterane Südküste ostwärts

Von Carrigtwohill schlängelt sich die Route durch Irlands mediterranen Süden und seine reiche Geschichte gen Osten. Whiskey-Fans werden schon nach 5km im nahen Midleton von der Jameson Distillery vom Kurs abgebracht. Eine Online-Reservierung für eine geführte Tour ist zu empfehlen, für ein Tasting vielleicht besser am Nachmittag zuvor. Denn der Campingplatz ist ja nicht weit. Entspannt folgt der Kurs mit Ziel Tramore der schönen Südküste an der Keltischen See über die N25 nach Youghal. Die alte Hafenstadt im County Cork, liegt an der Mündung des River Blackwater und bezeugt die kriegerische Vergangenheit des vielseits begehrten reichen Südens, um den seit dem frühen Mittelalter verheerende Seeschlachten tobten. Dungarvan, die alte Festungsstadt am River Colligan, wartet meeresnah im Osten mit schönen Stränden für ein Picknick auf: Clonea Strand. Vor Ihnen liegt die Grafschaft Waterford.

Schwenk über den Copper Coast Drive

Mit einem Abzweiger zum Monksland Centre in Knockmahon, Bunmahon, ist der Copper Coast UNESCO Global Geopark erreicht. Eine Reise in die Erdgeschichte steht an, etwa 460 Mio. Jahre zurück bis zu den Minen der Neuzeit. Nehmen Sie sich also etwa Zeit. Der Copper Coast Drive führt Sie zwischen Stradbally im Westen und Fenor im Osten an eine dramatische Küste und in eine geologisch einzigartige Region. Seit Urzeiten begründet der Kupferabbau die hiesigen Wirtschafts- und Handelsbeziehungen: bis weit zurück in die Bronzezeit, deren wichtigster Rohstoff Kupfer war – neben Zinn, das vermutlich von der Britischen Insel aus Cornwall und Devon kam. Steigen Sie aus und um auf die herrlichen Wanderwege: auf einem Audio-Trail in die Vorzeit. Sie werden heute Abend an Tramore Beach mit einem entspannenden 4km langen Sandstrand dafür belohnt. Ein schöner Platz für die Nacht nahe Tramore ist Newtown Cove Camping.

R driving 95km
Waterford

Tag 12

Von der Keltischen See an den St George´s Kanal

Ein morgendliches Bad am weiten Strand von Tramore erfrischt für den Start in einen neuen Fahrtag. Das heutige Ziel ist nur 10 Kilometer entfernt die Stadt Waterford – mit anschließender Weiterfahrt nach Wexford an die Irische See. Ein verlockender Abstecher liegt mit dem Hook Lighthouse & Heritage Centre etwa 35 km südlich in Churchtown auf der vorgelagerten Hook Halbinsel. Der Leuchtturm war seit über acht Jahrhunderten für die Schifffahrt bedeutsam und wurde im Mittelalter von Mönchen in stürmischen Nächten sorgsam unterhalten. Auf direktem Weg indessen liegt Waterford, die einstige Hauptstadt Irlands in der gleichnamigen Grafschaft. Wie schon die Hafenstadt Youghal im County Cork oder die heutige Hauptstadt Dublin ist Waterford eine Wikingergründung: sogar die älteste Irlands aus dem Jahre 914.

Von Wikingerzeiten ins Mittelalter und in die Neuzeit

Waterford verdient einen langen Stadtspaziergang: die elfhundertjährige Geschichte führt von prosperierenden Zeiten des mittelalterlichen Weinhandels in brisante Sphären der frühen Neuzeit: Sie war eine politische Größe, eine Handelsmacht und konsequent den englischen Königen treu, wer auch immer gerade den Thron an sich gerissen hatte. Solange, bis sie Elisabeth I vom Katholizismus überzeugen wollte und unter Cromwell das Porzellan zerschlagen war. Doch es blieb zumindest – und das bis heute –  Waterford Crystal. Die Waterford Treasures und Waterford's Viking Triangle künden von jenen Zeiten und sind ein wahres Erlebnis. Wer noch Zeit hat, unterbricht die Weiterfahrt in New Ross am Auswandererschiff Dunbrody und der Familie Kennedy, die wie Abertausende von hier in die USA aufbrach. Am Abend erwartet Sie Entspannung an der Irischen See bei Morriscastle, einem schönen Campingplatz in den Dünen.

S driving 90km
Mount Usher Gardens

Tag 13

Von den Sandstränden der Irischen See

Mit einem Morgenspaziergang an den weiten Sandstränden um Morriscastle startet der vorletzte Tag in Irlands historischem Osten. Und er setzt sich fort an Brittas Bay, hinter dem weiten Dünensaum der Irischen See. Dublin liegt auf dem weiteren Weg voraus. Dies ist der südliche Badestrand der irischen Hauptstadt, kaum 50 Kilometer noch sind es dorthin. Doch zuvor ist noch genügend Zeit, für einen Abstecher in die Wicklow Mountains. Auf der meeresnahen Anfahrt dorthin bietet sich zum Lunch ein Stopp in Ashford mit Besuch der Mount Usher Gardens an. Die hiesigen „Gärten Irlands“ sind eine farbenfrohe Pracht und wahre Meisterwerke der britisch geprägten Landschaftsarchitektur.

T driving 60km
Glendalough

In die Wicklow Mountains nach Glendalough

Auf dem weiteren Wege dieser Tagesetappe liegt die großartige alte Klosterruine Glendalough im Tal der zwei Seen, Sinnbild des religiösen, spirituellen Irlands im historischen Osten. Eine Wanderung hier führt Sie in eine der großen Landschaften der Ostküste, mitten im Wicklow Mountains Nationalpark. Für die Nacht liegt der großzügige Campingplatz von Redcross in der Nähe. Wer die Brauerei am Campingplatz besichtigen möchte, sollte bis spätestens 17.00 Uhr eingecheckt haben.

U
Wexford

Tag 14

Rückkehr: über Wexford nach Rosslare

Der letzte Tag dieser südlichen Umfahrung bedeutet Rückkehr: zurück zu unserem Ausgangspunkt Dublin oder zurück zum europäischen Festland über den Fährhafen Rosslare. Hier an der Ostküste sind beide Routen – auch mit Blick auf die Abfahrtszeiten der Fähren zeitnah zu bewältigen. Nach Wexford sind es auf direktem Wege über die M1 noch 80 km und gut 1 Stunde. Dann sind es noch gut 20 km zum Fährhafen Rosslare. Wer die gestrige Etappe lieber auslässt und sofort südwärts fährt, findet im schönen Wexford direkt an der Irischen See einen netten Campingplatz in Ferrybanks. Auf dem Wege dorthin liegt in Ferrycarrig der Irish National Heritage Park, ein Historienpark, der wunderbare 9.000 Jahre irischer Geschichte für Sie beherbergt und Ihnen einen fantastischen Rückblick auf Ihre Zeitreise beschert.

Rückkehr: über die Old Military Road nach Dublin

Wer heute Dublin ansteuert, kann weiterhin den Wicklow Nationalpark genießen und in eine der großen einsamen Landschaften an der Ostküste vordringen. Die Empfehlung lautet durch die Wicklow Mountains über die schmale Military Road R115 und das Sally Gap zurück nach Dublin. Auf dem Wege liegt das Glencree Centre for Peace and Reconciliation in einer Anlage, in der die Operation Shamrock nach dem Zweiten Weltkrieg deutsche Waisenkinder aufnahm. Wer es eilig hat oder die breiten Straßen bevorzugt, schwenkt hinüber auf die meeresnahe M1 und nimmt die Autobahn nach Dublin. Auf dem Weg liegt Powerscourt und seine berühmten Gärten.


Wie auch immer Sie ihre Route wählen, diese unvergessliche Tour wird Sie bestimmt nach Irland zurückführen. Sei es, um den Norden auf unserer zweiten 14tägigen Tour zu entdecken. Sei es, um Irland auf eigene Faust zu bereisen. Céad míle fáilte: Sie sind hunderttausend Mal willkommen!

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Es handelt sich hierbei lediglich um eine Ausflugsidee.

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