Camogie-Spielerinnen zeigen unglaubliche Geschicklichkeit mit dem Ball.

Die besten Fußballerinnen Europas stellen ihre Fähigkeiten diesen Juli in Schweden bei der UEFA-Europameisterschaft der Frauen 2013 unter Beweis. In einem anderen Teil Europas dagegen treten Frauen in ihrem ganz eigenen einem Spiel gegen einander an.

Die Gründung der National Women’s Soccer League (NSWL) in den USA und der Westfield W-League in Australien zeigen, dass das Interesse an Frauenfußball weltweit zunimmt. Ein weiterer Beweis dafür ist die Begeisterung für die bevorstehende Europameisterschaft der Frauen 2013.

Aber vielleicht kann diese Sportart noch etwas von einer der anspruchsvollsten Sportarten Irlands lernen.

Camogie ist eine der beliebtesten Frauensportarten in Irland. Das Spiel ist ungeheuer schnell und wird mit einem kleinen Ball und einem Schläger aus Eschenholz gespielt. Außerdem dürfen die Spielerinnen keine Angsthasen sein.

Am schnellsten

Camogie wurde offiziell vor 110 Jahren gegründet und ist eines der schnellsten Ballspiele der Welt. Der kleine, harte Sliotar (Ball) kann über 120 km/h erreichen, wenn er mit dem Camán getroffen wird, dem Eschenschläger, mit dem die Spielerinnen den Ball kontrollieren, passen und schlagen.

Camogie gehört ebenso wie Gaelic Football und Hurling zur GAA (Gaelic Athletic Association), dem größten Sportbund Irlands. Gälische Sportarten sind wahrscheinlich das bestgehütete Geheimnis Irlands und hier so wichtig wie Baseball in Amerika und Rugby in Neuseeland, Australien und Südafrika. Sie sind nicht einfach nur Sportarten, sondern ein fester Bestandteil der nationalen Identität.

Das Spiel

Camogie findet auf denselben Spielfeldern statt wie Hurling und Gaelic Football und hat weitgehend dieselben Regeln. Allerdings gibt es einige wichtige Unterschiede.

Eine Partie dauert 60 Minuten und die Teams umfassen jeweils 15 Spielerinnen. Ziel ist es, ein Tor durch die H-förmigen Pfosten zu erzielen. Man kann getrost behaupten, dass Camogie-Torhüterinnen aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt sind. Nicht jedem würde es Spaß machen, sich freiwillig in den Weg des Baseball-großen Geschosses zu stellen.

Erstaunlicherweise tragen die Spielerinnen nur wenig Schutzausrüstung. Vor Kurzem wurde die Helmpflicht eingeführt und es werden Schienbeinschützer benutzt, aber das war's auch schon.

Ein Sport nur für Frauen

Es ist außergewöhnlich, dass das Spiel nur von Frauen gespielt wird. Aber dadurch hatte es die Möglichkeit, sich unabhängig vom Hurling zu entwickeln.

Die Sportart hat eine stolze Geschichte weiblicher Präsidentinnen und Verwalterinnen und wurde auf ganz eigene Art vermarktet. Dazu gehört auch der freche Slogan „Chicks with sticks“ (Mädels mit Stöcken) in den letzten Jahren.

Geschicklichkeit

Camogie erfordert zwar viel Körpereinsatz, ist aber dennoch ein sehr subtiles Spiel, für das man auch viel Geschicklichkeit benötigt. Die Spielerinnen brauchen Koordinationsvermögen, um den Ball aus der Luft zu pflücken, Gleichgewichtssinn, um den Sliotar im Laufen auf dem Camán (Schläger) zu balancieren und Kraft, um ihn über Entfernungen von bis zu 70 Metern zu schlagen.

Die besten Spielerinnen demonstrieren alle Fähigkeiten, die man für Baseball, Basketball und Fußball braucht, innerhalb eines einzigen Spielzugs.

Da diese Sportart so hohe Anforderungen stellt, werden die besten Spielerinnen quasi mit einem Camán in der Hand geboren. In „Hurling-Grafschaften“ wie Kilkenny, Cork oder Antrim sieht man oft Kinder am Spielfeldrand mit einem Eschenholzschläger spielen.

Die Meisterschaft

Diesen Juli werden in ganz Irland die meisten Gruppenspiele der All-Ireland Camogie Championship, der landesweiten Camogie-Meisterschaft, ausgetragen.

Wie bei allen gälischen Sportarten, sind die Spielerinnen Amateure, aber sie haben die Hingabe und das Engagement von Profis. Das große Ziel ist, es die eigene Grafschaft in Croke Park, dem nationalen GAA-Stadion, zu vertreten. Die Grafschaften sind das Herz dieser Sportart. Das erklärt, warum die Iren so leidenschaftlich bei den Spielen mitfiebern.

Fast ohne Ausnahme unterstützen sie dabei die Grafschaft, in der sie geboren wurden. Es gibt kein Transfersystem, deshalb sind die Spieler und die Fans sehr eng verbunden.

Das Spiel spielen

Durch die neue Initiative Experience GAA können Besucher in Irland Hurling, Camogie und Gaelic Football bei einem Training mit voll ausgebildeten Trainern kennen lernen. Dabei lernen sie die Grundlagen und erfahren viel über gälische Spiele in Irland.

Im GAA Museum in Croke Park können Interessierte ebenfalls viel über die verschiedenen Sportarten lernen. Es gibt tägliche Führungen durch das Stadion, einschließlich einer eindrucksvollen Tour über das Dach. Im interaktiven Bereich des Museums können Besucher aus der ganzen Welt ihre Fertigkeiten unter Beweis stellen.

Hat man einmal das Camogie-Spielen gemeistert, steht einem die ganze Welt offen. Das werden auch die besten Spielerinnen bestätigen. Sie könnten nämlich auch den Damen bei der Europameisterschaft 2013, der W League und der NWSL Konkurrenz machen...

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