Amazing Grace – eine Geschichte aus Inishowen

Welcome to Amazing Grace Country zur Verfügung gestellt von <a href="http://www.visitinishowen.com/" >Adam Porter/Visit Inishowen</a>
Welcome to Amazing Grace Country zur Verfügung gestellt von Adam Porter/Visit Inishowen

Amazing Grace ist mehr als einfach nur ein Lied. Es ist das Seelenheil eines Mannes. Und wie Sie lernen werden, ist es auch ein Ort.

Elvis Presley, Andrea Bocelli, Whitney Houston, Rod Stewart – große Stimmen nehmen es mit großen Songs auf, und es geht kaum größer als Amazing Grace. Neben Happy Birthday und Jingle Bells ist diese reumütige Ode an Gott und die Kraft der Veränderung ein Lied, das quer über den ganzen Erdball bekannt ist. Ein Schurke sucht darin Gnade – Versöhnung.

John Newton war nicht nur der geistige Vater dieses Liedes – er war dieser Schurke. Auf der Inishowen-Halbinsel in Donegal kennt ihn jedes Kind.

Stürmische See

Laut der Biografien und Ruth Garvey-Williams von der Amazing-Grace-Initiative auf Inishowen war John Newton ein echter Halunke:

„Mit 23 Jahren war John Newton ein Seemann, der sich sein Geld im Sklavenhandel verdiente. Er lehnte das Christentum ab und fand Freude daran, religiöse Menschen zu verhöhnen. Im Jahr 1748 auf einer Überfahrt von Afrika zurück nach England war Newton so unbeliebt bei seiner Besatzung, dass der Kapitän ihm die Schuld für den schweren Sturm gab, in dem sie beinahe ihr Leben ließen.“

Der Sturm vor der Küste Donegals verschonte zwar John Newtons Leben, aber er veränderte es dramatisch.

Im Sturm ist jeder Hafen gut

In dem Sturm, der Newton und seine Mitreisenden fast das Leben kostete, überkam ihn eine so große Angst, dass er Gott um Gnade anflehte. Diese kam in Gestalt des Lough Swilly, eines ruhigen, fjordartigen Meeresarms, der die Grafschaften Donegal und Derry-Londonderry teilt. In Inishowen wurde das Schiff repariert und der Besatzung Unterkunft gegeben.

Für Ruth Garvey-Williams steht fest, dass Newton bei der Ankunft in Lough Swilly ein Gefühl purer Erleichterung gespürt haben muss.

Die Ruhe nach dem Sturm

„Ich empfinde oft das gleiche Gefühl von Frieden und „Zuflucht“, wenn ich am Ufer des Sees entlang spaziere und auf das Wasser schaue oder zuhöre, wie die Wellen sanft ans Ufer plätschern“, verrät uns Ruth. „Egal wie gestresst ich bin, einige Minuten am Lough Swilly und ich kann wieder tief durchatmen!“

Newton und seine Mannschaft fanden nicht nur Gefallen an der Umgebung. Die Fürsorge und Aufmerksamkeit, die ihnen die Einheimischen zukommen ließen, waren einzigartig. Bis heute hat diese Herzlichkeit der Bewohner nicht nachgelassen. Ruth vertraut uns an: „Auf dem diesjährigen Amazing Grace Festival waren die Besucher überwältigt von dem herzlichen Willkommen, das man ihnen in Buncrana bereitete. Die Ortsansässigen hegen eine große Leidenschaft für ihre Heimat und scheuen keine Mühen, um Besuchern die landschaftliche Schönheit und das kulturelle Erbe nahezubringen.“

Willkommen in Inishowen

Egal ob es nun Lough Swilly, Inishowen oder seine Rettung aus dem Sturm war - Newton war ein neuer Mensch. Ab diesem Moment schwor er dem Sklavenhandel ab, wurde ein Freund und politischer Verbündeter des Sklavereigegners William Wilberforce und schrieb Amazing Grace.

Wenn Sie also das nächste Mal Amazing Grace singen, denken Sie doch auch einmal an John Newton und daran, dass es weder ihn noch dieses Lied ohne die Ruhe von Lough Swilly und der Inishowen-Halbinsel geben würde.