Wasser des Lebens

Der Komiker Ed McMahon sagte einmal: „Gott hat Whiskey erfunden, um die Iren davon abzuhalten, die Welt zu regieren.” Hier auf der grünen Insel nehmen wir das als Kompliment

Kilbeggan Whiskey, way back when
Kilbeggan Whiskey, way back when

Bei vielen Getränken lässt sich einfach nachvollziehen, woher sie kommen und woraus sie hergestellt werden. Tee wird aus Blättern gemacht, die auf großen Plantagen von Hand gepflückt und getrocknet werden. Bei Wein denkt man sofort an trockenen Boden und große, dicke Weintrauben, die schwer von der Rebe hängen. Und dass unsere Frühstücksmilch von glücklichen Kühen auf grünen Wiesen kommt, wird uns schon als Kind gesagt.

Whiskey hingegen ist ein Mysterium.

Das Wasser des Lebens

Viele von uns haben eine ungefähre Idee, wie Uisce Beatha (das Wasser des Lebens) seinen Weg in die Gläser findet. Man denkt irgendwie an Getreide, riesige Kupferfässer und schwach beleuchtete Keller, wo Holzfässer aufeinander gestapelt verstauben.

Abgesehen von diesen vagen Vorstellungen tappen wir aber im Dunkeln.

Die Experten bei einer gewissen Brennerei in Westmeath bringen Licht ins Dunkel.

Bei einer Brennerei, die Anspruch darauf erhebt, die älteste ihrer Art des Landes zu sein, könnte man davon ausgehen, dass Geschichte eine wichtige Sache ist. Und das stimmt.

Ein kurzer Abstecher in die Vergangenheit

Einige der „großen Kupfertöpfe” hier (Pot Stills - dt. Brennblasen) sind seit 180 Jahren in Betrieb. Das rote Mühlrad, dem erst letztes Jahr wieder zu neuem Glanz verholfen wurde, dreht sich langsam im schäumenden Wasser des Flusses Brosna. Im Jahr 2017 feiert der hier produzierte Whiskey selbst seinen 260. Geburtstag.

Es passiert nur selten, dass man etwas probieren kann, das über zweieinhalb Jahrhunderte perfektioniert wurde.

Ein Tipp am Rande für den ersten Schluck. Lassen Sie ihn wirken.

Dieser Artikel würde auch einem Ihrer Freunde gefallen? Klicken Sie auf , um den Artikel zu speichern und zu teilen.

Geschmackstest

Rachel Quinn von der Kilbeggan-Brennerei hat eine gute Metapher für das Getränk, das die Stadt zu einem wahren Wallfahrtsort für Whiskey-Liebhaber gemacht hat.

„Wie die meisten Iren ist Kilbeggan-Whiskey unbeschwert und zugänglich, hat aber einen unverwechselbaren Stil.”

Das lässt erahnen, was den Reiz von Whiskey ausmacht: Er hat Charakter.

Es ist schlicht kein massenhaft produzierter Fusel; Hände haben die Gerste gefühlt, Nasen wurden ins Fass gesteckt. Der Schluck Kilbeggan, den wir heute genießen, ist aus Jahren an wahrer Hingabe entstanden.

„Der Duft ist rein und frisch, mit einem Hauch von Zitrusfrucht, Honig, Zitrone - ein bisschen getreidig”, erklärt Rachel. „Geschmacklich hat er das traditionell milde Aroma des Irischen Whiskeys. Wenn er sanft den Rachen hinunterläuft, steigen einem alle Aromen in die Nase. Und der Abgang... lang, mild, zufriedenstellend.”

Die große Diskussion

Fußball, das Wetter, Hurling, Politik, das Fernsehen, wieder das Wetter – es gibt viel, worüber man im Pub diskutieren kann. Ein bestimmtes Gesprächsthema aber erhitzt seit Generationen die Gemüter: Darf man Whiskey Wasser hinzufügen oder ist das eine Todsünde?

Da wir Rachels Aufmerksamkeit haben, trauen wir uns, zu fragen:

„Ja, darüber gibt es eine Menge Diskussionen. Unserer Meinung nach ist das einzig und allein eine Frage der persönlichen Vorliebe! Unser Brennmeister Noel Sweeney genießt seinen Kilbeggan mit etwas Wasser, da dies die Note des Whiskey unterstreicht.”

Es wird wohl noch weitere 250 Jahre dauern, bis diese Frage ein für allemal geklärt wird.

Wenn es soweit ist, sind wir überzeugt, dass sich Kilbeggans Mühlrad noch immer drehen wird.

Herrengedeck

Wo auf der Insel Irland kann man sonst noch seiner Nase folgen und herrlichen Whiskey finden? Hier:

Bushmills Whiskey-Brennerei, Grafschaft Antrim

Einst Unterkunft für alliierte Soldaten im 2. Weltkrieg, werden heute Unterkünfte angeboten, die traditioneller nicht sein könnten. Kann es einen besseren Ausklang für einen Tag am Causeway geben, als hier ein Glas Whiskey und ein Torffeuer zu genießen? Die Brennerei ist übrigens über 400 Jahre alt.

Das Jameson Whiskey-Erlebnis in Midleton, Grafschaften Cork und Dublin City

Jameson ist ein Inbegriff für großartigen Irischen Whiskey und das Gleiche gilt für die Brennerei-Touren. Die Diskussion ums Mischen wird neu entfacht in Dublin, wo die Touren mit einer Auswahl an Whiskey-Cocktails enden.  In Cork hingegen  kriegt man das Komplettpaket mit Sängern, Tänzern und abendlicher Unterhaltung . Im Malt House hier wird übrigens ein erstklassiger Irish Coffee serviert. Zudem gibt es im Jahr von The Gathering Ireland 2013 für jeden mit dem Nachnamen Jameson freien Eintritt für beide Erlebnisse.

Sláinte.

Urlaubsideen, Neuigkeiten, Angebote … Melden Sie sich für unser eZine an und wir halten Sie in Sachen Irland auf dem Laufenden.

Zu Ihren Suchkriterien wurden keine Ergebnisse gefunden

Sie suchen nach Flügen oder Fährverbindungen?

Ob mit dem Flugzeug oder der Fähre, die besten Verbindungen finden Sie hier.

Flüge finden
Fährverbindungen finden