Surfen in Irland

Profisurfer Kelly Slater hatte die Gerüchte gehört. Und sie stellten sich als wahr heraus: Irlands Westküste ist „ein kaltes Paradies“. Er beschreibt das Surferlebnis sogar als „Party auf dem Wasser“. Mehr Bestätigung braucht es nicht. Es wird Zeit, die Surfhauptstadt Bundoran kennen zu lernen.

Wir stehen am Strand in Bundoran. Der Himmel hat sich lila gefärbt. Er sieht aus, als hätte er blaue Flecken. Die Regenwolken sammeln sich. In diesen Himmel fliegt ein sich drehendes BMX. Im Sattel sitzt jemand, der sich mit blauen Flecken bestens auskennt. 

Um die Bühne jubeln die Zuschauer mit ihren Papierbechern in der Hand. Die zahllosen Surfbretter im Sand sehen aus wie eine Skulptur.

Wir befinden uns in Donegal (dem US-Nachrichtensender CNN zufolge eine der 50 besten Surfgegenden der Welt) beim  Sea Sessions Surf & Music Festival. Bundoran ist Irlands Surfhauptstadt und dieses Jahr wird das Festival noch größer und besser als jemals zuvor. Warum? Weil Sea Sessions dieses Jahr auch offizieller Teil von The Gathering Ireland 2013 ist.

Sofern man nicht hinter dem Mond gelebt hat, hat man bestimmt schon von The Gathering Ireland 2013 gehört. Im Grunde geht es darum, Irland 2013 in eine große Party für alle zu verwandeln. Wir laden 70 Millionen Menschen mit irischen Wurzeln aus aller Welt und jeden mit einem smaragdgrünen Herzen ein, nach Hause zu kommen und craic (Spaß) zu haben. Sie dürfen auch gerne einen Freund mitbringen. Das gilt natürlich auch für Surfer, die jetzt mehr Gründe denn je haben, Irland einen Besuch abzustatten.

Surfen pur

Wärmende Sonnenstrahlen gehören allerdings nicht zum Standardprogramm des Atlantiks, der Irlands Westküste umspült. Genau das ist das Reizvolle an Bundoran: Hierher kommen die echten Surfer. Hier geht es um Wellen, Wellenbrüche und Peaks und nicht um perfekt gebräunte Körper.

Richard Fitzgerald, der hier fast sein ganzes Leben verbracht hat und Mitglied des irischen Surf-Teams ist, kennt diese Küste und ihre Vorteile für Surfer besser als die meisten anderen. 

Er erzählte der New York Times vor Kurzem, dass es beim Surfen hier nicht um Selbstdarstellung geht: „Hier wird nicht cool rumgehangen, wie man es von anderen Surfgebieten kennt. Wer im Februar hierher kommt, den erwarten Hagelstürme. Statt Strandschönheiten in Bikinis lassen sich hier höchstens die Möwen beeindrucken.“

Hohe Wellen

Fehlende Romantik und häufige Niederschläge tun Bundorans wachsender Beliebtheit als Surferparadies jedoch keinen Abbruch. Die britische Zeitung Guardian glaubt, es kann „den berühmten großen Breaks wie Jaws vor Hawaii, Mavericks in Nordkalifornien und Teahupoo auf Tahiti“ Konkurrenz machen. Bei TNT und der Pittsburgh Gazette steht Bundoran auf der Liste der besten Surfplätze in Europa.

Und was ist Sea Sessions? Das, liebe Wellenreiter, ist eine große Après-Surf-Strandparty. Man kann die zuvor erwähnten BMX-Künstler bewundern, Erinnerungen fürs Fotoalbum sammeln und Auftritte der Happy Mondays oder der Kaiser Chiefs erleben. 

Es gibt außerdem viele Surfverleihe und Erinnerungen an den Eurosurf-Wettbewerb, der 2011 hier stattfand. Und dann gibt es da noch The Peak.

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The Peak

Man könnte fast sagen, The Peak IST Bundoran. Diese Welle macht das Surferlebnis hier aus. Ihretwegen steigen Surfer mit Sack und Pack in Flugzeuge, Boote und Busse, um nach Bundoran zu kommen und sich den Naturgewalten zu stellen. Anders als die meisten einmaligen Naturschauspiele ist dieses einfach zu beschreiben. 

Besonders, wenn man Peter Craig fragt, der bei Bundoran Surf Co hinter dem Tresen steht: „The Peak ist die berühmteste Welle in Irland. Sie finden sie mitten in Bundoran. 

„Eigentlich ist sie ein so genannter Reef Break, ist aber als Peak bekannt, weil sie rechts und links bricht und somit für alle Surfer geeignet ist.“

Lokalmatadore

Woher weiß man, dass das Surferlebnis hier etwas Besonderes ist? Wenn die Namen Tom Curren, Joel Tudor und Easkey Britton Ihnen etwas sagen, ist keine weitere Erklärung nötig.

Wenn nicht, helfen Ihnen vielleicht die Worte von Richard Fitzgerald aus Donegal, dem Inhaber von Surfworld, weiter: 

„Wir haben hier [in Bundoran] genauso gute Wellen wie in Australien oder an der Küste Kaliforniens. Warum sollten wir also nicht surfen?“

Ja, warum nicht.! Sie kennen jemanden, der auf Surfabenteuer auf wilden Gewässern aus ist?

Weitere Informationen über Sea Sessions und alle anderen Aktivitäten, die im Rahmen von The Gathering Ireland 2013 stattfinden, finden Sie unter www.thegatheringireland.com

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