Segeln in Cobh

Cobh Harbour, County Cork
Cobh Harbour, County Cork

Die Stadt Cobh macht Geschichte. Wie hunderte anderer Linienschiffe und die Auswandererschiffe während der Hungersnot machte auch die RMS Titanic hier zum letzten Mal Halt, bevor sie ihre Reise nach Amerika antraten

Wenn Sie mit dem Schiff nach Cobh kommen, fahren Sie an der Insel Spike Island vorbei in den zweitgrößten natürlichen Hafen der Welt. Als früheres Gefängnis, Kloster und britisches Fort hat die Insel eine interessante und turbulente Vergangenheit. Von einem Hügel aus wachen die Turmspitzen der gotischen Kathedrale von Cobh über die Stadt.

Eine in Regenbogenfarben gestrichene Häuserreihe strahlt den Ankommenden vom Ufer aus entgegen und signalisiert, dass das hier ein farbenfroher Ort ist.

Überall an der Uferpromenade findet man Historisches: vom ehemaligen Pier der White Star Line bis zur Statue von Annie Moore – der ersten Immigrantin, die über Ellis Island nach New York einwandern durfte. Annie war damals erst 14 Jahre alt und musste sich um ihre beiden jüngeren Brüder kümmern.

Segeln 

In Cork fehlen den Einheimischen selten die Worte. In diesem Sinne erklärt Eddie English, ein einheimischer Segelfan und -lehrer von SailCork, warum es sich lohnt, in Cobh zu segeln.

„Seit 350 Jahren wird in dieser Ecke des Cork Harbour gesegelt. Es ist einer der schönsten natürlichen Häfen der Welt mit einer 250 km langen Küstenlinie. Egal, woher der Wind kommt, man findet immer einen geschützten Bereich zum Segeln. Deshalb ist es für Segel-Anfänger hier angenehm und leicht. Erfahrene Segler, die auf etwas mehr Nervenkitzel aus sind, können sich weiter hinaus wagen und bekommen jede Menge Wind in die Segel!“

Craic und Ruhe 

Eddie zufolge ist die Atmosphäre in diesem Teil der Welt einzigartig: „Hier kann man MÄCHTIG Craic (Spaß) haben! Von Mai bis September findet fast jedes Wochenende irgendwo im Hafen eine Regatta oder ein Festival statt. Es gibt mindestens ein Dutzend Anlegeplätze, bei denen man vom Schiff direkt in die Kneipe kommt, und mehrere exzellente Restaurants, die vom Wasser aus zugänglich sind. Gesegelt wird hier von April bis Dezember und die Regatten sind immer ein großer Spaß. SailCork nimmt an mehreren der Rennen teil.“ 

Und was gefällt Eddie am Segeln in Cobh am Besten? „Am schönsten finde ich, dass ich hier innerhalb des Hafens von einem Fleckchen zum anderen segeln kann und dass es auch einsame Orte gibt, an denen man Ruhe findet. Jeder Anlegeplatz eröffnet eine völlig neue Welt. Wenn man von unserer Basis in East Ferry in Cobh ins nur eine Meile entfernte Städtchen Aghada segelt, glaubt man, man wäre auf einem anderen Planeten gelandet. Die Leute haben einen anderen Dialekt und sogar die Kultur scheint anders – eine großartige Abwechslung.“