Westmeath

Fore Abbey, Castlepollards, County Westmeath
Fore Abbey, Castlepollards, County Westmeath

Mit den vielen Seen... und sieben kuriosen Wundern entschädigt Westmeath den Besucher für die fehlende Küste

Es gibt viele Gründe, warum sich ein Tagesausflug nach Westmeath lohnt, und einen Grund, warum sich ein Urlaub in der Grafschaft lohnt: die Seen. Einige, zum Beispiel Lough Ennell und Lough Owel, sind bei Wassersportlern und Anglern besonders beliebt. Andere, wie Lough Derravaragh, spielen eine wichtige Rolle in der irischen Mythologie.

Man sagt, dass hier die Kinder Lirs von ihrer eifersüchtigen Stiefmutter in Schwäne verwandelt und dazu verdammt wurden, 900 Jahre herumzuirren.

Abseits der üblichen Touristenrouten finden Angler und Picknick-Fans, die etwas Einsamkeit schätzen, viele Seen nach ihrem Geschmack. Loch Bán (wörtlich übersetzt „der weiße See“) ist ein Geheimtipp unter den weniger bekannter Seen. An einem frostigen Wintermorgen ziehen Nebelschwaden durch die Farne und Schilfe, die sich sanft im Wind wiegen. Im Sommer kann man hier wunderbar schwimmen.

In Westmeath gibt es aber auch schneller fließende Gewässer. Hier, in der Mitte Irlands, bahnt sich der Shannon seinen Weg durch die grüne Landschaft.

Der Fluss fließt durch Athlone, ein kosmopolitisches Städtchen, wo man entweder ein Boot mieten oder die mittelalterliche Burg und das Künstlerviertel Left Bank besichtigen kann.

Ein eifersüchtiger Typ

Nur ein paar Kilometer außerhalb von Mullingar – der Hauptstadt der Grafschaft – liegt die wunderschöne Parklandschaft des Anwesens Belvedere House am See Lough Ennell. Ein Jagdschlösschen ist eigentlich der letzte Ort, an dem man exquisite Deckengemälde mit feuerspeienden Drachen erwartet, aber die Jealous Wall ist noch um einiges kurioser.

Verrückte Mauer

Die Jealous Wall (‚Neidmauer‘ - die Attrappe einer verfallenen Abtei) ist eine riesiger gotischer Tempel, der von Lord Belvedere, dem Eigentümer des Hauses, gebaut wurde. Sie sollte ihm den Blick auf den nahe gelegenen Wohnsitz seines Bruders, das größere Tudenham House, versperren.

Derselbe „Wicked Earl“ (bösartige Graf) sperrte bekanntermaßen seine Frau 31 Jahre lang ein, da er sie fälschlicherweise der Untreue beschuldigte. Dem Mann fehlte das Maß, wie es scheint. 

Die sieben Wunder

Wenn Sie sich über die Jealous Wall wundern, warten Sie ab, bis Sie nach Fore kommen. In dem winzigen Dorf liegt die Ruine der Klostersiedlung des Heiligen Fechin aus dem 7. Jahrhundert, das größte Benediktinerkloster in Irland und der Schauplatz der sagenumwobenen Sieben Wunder von Fore.

Die Sieben Wunder sind „Wundertaten“, die dem Heiligen Fechin zugeschrieben werden (ein Baum, der nicht brannte; ein auf einem Sumpf erbautes Kloster; Wasser, das nicht kochen wollte, und so weiter). Es handelt sich um heitere Volkserzählungen rund um den Heiligen, aber es besteht kein Zweifel daran, dass dieser Ort kurios ist.

Wie konnte er so lange geheim bleiben? Vielleicht ist gerade das achte Wunder im Gange. Besuchen Sie einfach Westmeath und finden Sie es heraus.