Ein Prosit auf Dublin

Dublin wurde auf der Bewertungs-Plattform TripAdvisor gleich zweimal hintereinander zur freundlichsten Stadt Europas gewählt

Das ist für Dubliner vielleicht nicht so überraschend. Aber Trevor White, der Autor und ehemalige Herausgeber der Zeitschrift „The Dubliner", wurde dadurch nachdenklich: Wie könnte man diese berühmte Freundlichkeit noch besser für jeden erlebbar machen?

Ein interessanter Gedanke und eine Idee, die Früchte trug. Und so entstand der Service „City of a Thousand Welcomes".

Die Geburtsstunde einer erfolgreichen Initiative

Besucher und Dubliner auf „lustige, strukturierte und sichere Weise" zusammenzubringen, „ohne dass für irgendjemanden Kosten entstehen" ist das Konzept des Services, erklärt uns Trevor.

Im März 2011 startete er einen Aufruf: Eintausend Dubliner sollten als Botschafter ihrer Stadt gewonnen werden, indem sie sich bereit erklären mit einem Besucher ein Glas Bier oder eine Tasse Kaffee trinken zu gehen.

Überaus erfolgreich: Mehr als 2.500 Menschen meldeten sich. Darunter auch bekannte Gesichter wie der Künstler Graham Knuttel, die ehemalige Miss World Rosanna Davison und der irische Senator David Norris. Es waren Leute aus allen Lebensbereichen: Historiker, Journalisten, Lehrer, Schriftsteller und solche, die einfach ihre Stadt lieben, wie beispielsweise die Biologin Aoife in unserem Video.

Die ersten Schritte

Die erste, die sich für den Service anmeldete, war die New Yorkerin Alexandra Miletta. Sie hatte in einer Bordzeitschrift von der gemeinnützigen Aktion erfahren und wurde an unsere Bloggerin Aileen Power vermittelt. Aileen erzählt uns gerne von ihrer ersten Erfahrung mit der Initiative: „Alexandra, ihre Mutter Maureen und ich wurden einander von Simon O"Connor, einem der Organisatoren, im Little Museum vorgestellt. Dann gingen wir zu Bewley's auf einen Kaffee. Das war wirklich nett und ich habe den beiden Damen gerne einige meiner Lieblingsplätze genannt. Auf dem ausgebreiteten Stadtplan, markierte ich alles, was sie meiner Meinung nach unbedingt sehen sollten: den Caravaggio in der National Gallery, den St. Stephen's Green Park, das Kilkenny Design Centre. Die Stunde verging wie im Flug. Und am nächsten Tag schrieb mir Alexandra eine E-Mail, um sich bei mir zu bedanken. Es hat mich wirklich sehr gefreut, dass ich etwas zum Gelingen ihrer Reise beitragen konnte."

Ein erfolgreiches Jahr

Die Idee fand von Anfang an weltweit großen Anklang, sowohl bei Touristen als auch in der Presse. Die Zeitung „Sydney Morning Herald" nennt City of a Thousand Welcomes das beste kostenlose Erlebnis in Europa. Der US-amerikanische Reiseexperte Rick Steves lobt das Konzept, weil man so „die Stadt mit den Augen eines Dubliners" kennen lernt und „durch die persönliche Verbindung einen besseren Einblick" bekommt. Auch einer der Autoren von Gaelnet Irish News hat den Service ausprobiert und das Little Museum of Dublin, das Hauptquartier der Initiative besucht. Sogar der Spiegel hat sich auf dem roten Sofa des kleinen Museums eingefunden. Sein Urteil: „Zum Schmunzeln und gleichzeitig sehr liebenswürdig."

Natürlich findet man ebenfalls auf TripAdvisor viele begeisterte Reaktionen: „Das beste Urlaubserlebnis in Dublin."

„Ein absolut brillantes Konzept."

„City of a Thousand Welcomes sollte es in jeder Stadt geben."

Das finden wir zwar auch, aber das Wichtigste ist doch dies: Dublin wartet mit einem Pint oder einem Kaffee auf Sie.