James Joyces Bloomsday

Ursprünglich ein fiktiver Tag, den sich der aus Dublin stammende Autor James Joyce ausgedacht hat, ist Bloomsday inzwischen zu einem realen Pflichttermin für Joyce-Fans auf der ganzen Welt geworden. Zur Feier des Tages werden dabei sogar Kostüme aus der Zeit von König Edward getragen. Aber um ihn wirklich genießen zu können, sollte man in Dublin sein.

Benannt ist der Tag nach Leopold Bloom, der Hauptfigur aus dem literarischen Meisterwerk von James Joyce, Ulysses. Der 16. Juni ist der Tag, an dem das Werk des Autors aus Dublin gefeiert wird.

Obwohl der Tag im Buch in Dublin verbracht wird, beschränken sich die Feierlichkeiten der Joyce-Fans nicht nur auf die Stadt und deren Umgebung. In allen Ecken Irlands trifft man auf Frauen mit langen Röcken und Hüten aus der Ära, während die Männer sich mit Strohhüten und gestreiften Jackets schick machen. So gekleidet besuchen sie dann Lesungen, Aufführungen und Konzerte.

Wenn Sie aber ganz exakt sein wollen, müssen Sie Leopold Blooms Tag schon in Dublin verbringen. Im Stadtzentrum gibt es das James Joyce Centre, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Erbe des Autors zu bewahren. Es organisiert viele Veranstaltungen, die das ganze Jahr über und natürlich auch am Bloomsday stattfinden. Mark Traynor vom Centre sagt: „Wir veranstalten solche Events schon seit den frühen 1990er Jahren. Allerdings sind wir immer darauf bedacht zu betonen, dass wir nicht die einzigen sind. Es gibt fast 50 einzigartige Events, die in Dublin in der Bloomday-Woche stattfinden.“

Der große Tag: Seien Sie vorbereitet.

Das erste Kapitel von Ulysses spielt in Sandycove, also beginnen Sie Ihren Tag doch auch dort. Am besten im James Joyce Museum im Martello Tower. Dieser Teil von Leopold Blooms Tag basiert auf wahren Erlebnissen, denn Joyce verbrachte einige Zeit in diesem Turm. Er gehörte seinem Freund Oliver St Gogarty, der Joyce als Vorlage für die Figur des Buck Mulligan diente.

Ganz in der Nähe, in Dun Laoghaire, gibt es im Promenade Café ein spezielles „Leopold Bloom Frühstück“, so dass Sie mit vollem Magen in den Bloomsday starten können. Authentisches Essen wie zu Zeiten von König Edwards wird auch im Bewley’s Café in der Stadt angeboten. Während Sie essen, stellt eine Schauspieltruppe die Frühstücksszene aus dem Buch nach. Ganz authentisch, denn sie essen dabei „mit Genuss die inneren Organe von Tieren und Geflügel“.

 

Auf Blooms Spuren

Nach einem so herzhaften Frühstück tut etwas Bewegung sicherlich gut. Das James Joyce Centre bietet Führungen und Busrundfahrten an. Wenn Sie lieber alleine auf Entdeckungstour gehen, laden Sie die Ulysses-Karte herunter oder folgen Sie einer der Joyce-Führungen. Diese entsprechen den verschiedenen Spaziergängen, die Bloom mit Nora Barnacle durch die Stadt macht.

Internationale Fans

Etwa 3000 Menschen, die Hälfte aus dem Ausland, feiern jedes Jahr den Bloomsday in Dublin. Die Werke von Joyce, so scheint es, werden also nicht nur in Irland geliebt. Die Schauspielerin Katie O'Kelly hat am Bloomsday 2011 im Ibsen Museum in Oslo, Norwegen, ihre Ein-Frau-Show Joyced aufgeführt.

Sie erinnert sich: „Es war unglaublich, so viele Menschen zu treffen, die sich für Joyce interessieren. Viele kamen mit Strohhüten und sind durch ganz Oslo geradelt - einfach toll. Joyce wird auf der ganzen Welt geliebt, nicht nur in Irland.“ 

Vielleicht setzen Sie dieses Jahr auch Ihren Strohhut auf und feiern am Bloomsday mit? Hier erfahren Sie mehr über das diesjährige Programm.