Dublins gesprächige Statuen

Oscar Wilde, Merrion Square

Was Statuen wohl zu erzählen hätten, wenn Sie nur reden könnten?

Haben Sie sich schon mal gefragt, wie es wohl wäre, Oscar Wilde oder James Joyce in den Kopf zu blicken? Oder den berühmtesten Persönlichkeiten der irischen Geschichte bei Erzählungen über ihre historischen Taten zu lauschen? Oder von einem mythologischen Helden angerufen zu werden? Dank dem unterhaltsamen und innovativen Projekt „Dublin's Talking Statues“ können sich zehn der berühmtesten Dubliner Statuen nun endlich zu Wort melden.

Halten Sie Ihr Smartphone einfach an die blaue Tafel, wenn Sie an einer „Talking Statue“ vorbeikommen. Dann müssen Sie nur noch auf Rückruf warten und sich von der modernen Technologie begeistern lassen: Diese originellen Monologe wurden beliebten irischen Schriftstellern und Schauspielern verfasst und gesprochen, darunter John Banville, Ruth Negga und Roddy Doyle. Schon bald werden Sie diese berühmten Statuen in einem ganz neuen Licht sehen...

Wolfe Tone statue, St Stephen's Green

1. Wolfe Tone, St Stephen's Green

Der dreifach für den Golden Globe nominierte Schauspieler Brendan Gleeson spricht diese von Schriftsteller Patrick McCabe („Der Schlächterbursche“) verfasste Erzählung über Theobald Wolfe Tone, der zu den Anführern der United Irishmen gehörte und als Vater des modernen irischen Republikanismus gilt. Wolfe Tone, der 1763 als Sohn eines Kutschenbauers im Glauben der Church of Ireland geboren wurde, spielte als junger Mann noch mit dem Gedanken, Schauspieler zu werden. In Erinnerung geblieben ist er jedoch wegen seiner Ansichten über die revolutionäre Demokratie. Sein Kampf gegen die britische Herrschaft und für die Gründung einer unabhängigen irischen Republik wird bis heute gewürdigt.

James Joyce statue, Dublin

2. James Joyce, Earl Street North

Das irische Literaturgenie, das vor allem für seinen kontroversen und einflussreichen Roman Ulysses bekannt ist, erwacht dank zwei der beliebtesten Söhne Dublins wieder zum Leben: Booker-Preisträger Roddy Doyle („Die Commitments“) und dem hervorragenden Schauspieler Gabriel Byrne (unter anderem bekannt aus dem Thriller „Die üblichen Verdächtigen“ und dem Coen-Klassiker „Miller's Crossing“). James Joyce prägte die Erzählform des Bewusstseinsstroms wie kein anderer, etwa in Werken wie dem Kurzgeschichtenzyklus Dubliner (1914) und den Romanen Ein Porträt des Künstlers als junger Mann (1916) und Finnegans Wake (1939). Sie verhalf ihm zur Berühmtheit seines Namens, der in der Literaturwelt bis heute mit Bewunderung ausgesprochen wird.

Daniel O'Connell monument, O'Connell Street

3. Daniel O'Connell Monument – Fidelity, O'Connell Street

Daniel O'Connell wurde als „the Liberator“ (der „Befreier“) bekannt, nachdem er sich Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgreich für das Recht der irischen Katholiken eingesetzt hatte, als Parlamentarier aufgenommen zu werden. Am Fuße der Statue sitzen vier Engelsfiguren, die vier Tugenden O'Connells symbolisieren: Mut („courage“), Treue („fidelity“), Patriotismus („patriotism“) und Eloquenz („eloquence“). Mit der Stimme der oscarnominierten Schauspielerin Ruth Negga erzählt diese „Talking Statue“ eine Fabel der Dubliner Dichterin Paula Meehan, in der die Treue als barmherzige Seele dargestellt wird.

James Connolly statue, Beresford Place

4. James Connolly, Beresford Place

Der Komiker Brendan O'Carroll (Schöpfer der schrillen Fernsehfigur Mrs Brown) schrieb und erzählt die Geschichte der politischen Leitfigur James Connolly, der beim Osteraufstand 1916 eine zentrale Rolle spielte und zu den sieben Unterzeichnern der Proklamation der Irischen Republik gehörte. Nach dem Osteraufstand 1916 wurde Connolly von einem Erschießungskommando im Kilmainham Gaol hingerichtet. Doch sein Einfluss ist bis heute sichtbar: Dublin benannte einen der wichtigsten Bahnhöfe sowie ein Krankenhaus nach ihm.

James Larkin statue, O'Connell Street

5. James Larkin, O'Connell Street

Der Gewerkschaftsführer „Big Jim“ Larkin erlangte Berühmtheit als Vorkämpfer, der sich Anfang des 20. Jahrhunderts für die Rechte ungelernter Arbeiter in Irland einsetzte. Als sozialistischer Aktivist war Larkin ein leidenschaftlicher Verfechter der gewerkschaftlichen Organisierung von Arbeitern. Er gründete die Irish Transport and General Workers Union und war am Aufbau der Irish Labour Party beteiligt. Der oscarnominierte Schauspieler Stephen Rea erzählt in den Worten der irischen Dramatikerin Enda Walsh ein wenig über die Stationen im Leben dieser großen Persönlichkeit.

Meeting Place statue, Dublin

6. Meeting Place, Liffey Street Lower

Schauspiellegende Brenda Fricker – Irlands erste oscarprämierte Schauspielerin (für „Mein linker Fuß“) – leiht ihre Stimme einer Statue, die den Alltag in der Stadt symbolisiert und der stillen Normalität ein Denkmal setzt: zwei Frauen, die über Gott und die Welt plaudern. Diese beeindruckenden Damen, die unter Dublinern den liebevollen Beinamen „the Hags with the Bags“ („die alten Schachteln mit den Taschen“) tragen, werden dank der renommierten Drehbuchautorin Rachel Kilfeather lebendig.

George Salmon statue, Trinity College Dublin

7. George Salmon, Trinity College Dublin, College Green

Die Geschichte des Mathematikers und Theologen George Salmon erwacht hier durch den Text und die Stimme des irischen Radio- und Fernsehmoderatoren Joe Duffy zum Leben. Salmons Statue befindet sich am Trinity College Dublin. Er selbst betrat die Universität zu Lebzeiten erstmals 1833 als 14-jähriger Student, bevor er 1888 schließlich zum Provost (Direktor) ernannt wurde. Wie auch das Book of Kells gehört diese imposante Statue inzwischen fest zum Bild des Trinity College und wird von unzähligen Studenten, Touristen und auch von vielen Dublinern bewundert, die das College gerne als Abkürzung zwischen Dame Street und Nassau Street nutzen.

Oscar Wilde statue, Merrion square

8. Oscar Wilde, Merrion Square North

Der Dramatiker, Romancier und Lyriker Oscar Wilde ist zweifelsohne eine der schillerndsten literarischen Persönlichkeiten Dublins. Er wurde 1854 geboren und verbrachte seine Kindheit in einem Haus direkt gegenüber seiner heutigen Statue am Merrion Square – einem der fünf historischen georgianischen Stadtplätze von Dublin. Die Statue selbst ist ein farbenfrohes Denkmal an die Verwegenheit und vermittelt die geistreiche, zynische, dekadente Art des Schriftstellers, der Werke wie „Ernst sein ist alles“ und „Das Bildnis des Dorian Gray“ verfasste. Booker-Preisträger John Banville (auch bekannt unter dem Pseudonym Benjamin Black) schrieb eine Hommage an Wilde, die Sie von Schauspieler Andrew Scott (BAFTA-Gewinner und Olivier Award-Preisträger) zu hören bekommen.

George Bernard Shaw statue, National Gallery of Ireland

9. George Bernard Shaw, National Gallery of Ireland, Merrion Square West

Das Werk und Wirken des irischen Dramatikers, Kritikers und politischen Aktivisten George Bernard Shaw beeinflusst Theater, Kultur und Politik bis heute nachhaltig. Für viele ist sein Genie mit dem William Shakespeares gleichzusetzen. Shaw, der sowohl die irische als auch die britische Staatsbürgerschaft besaß, verfasste mehr als 60 Theaterstücke und erhielt 1925 den Nobelpreis für Literatur. 1938 schrieb er das Drehbuch für eine Filmversion seines Theaterklassikers „Pygmalion“, für das er den Oscar erhielt. Der angesehene irische Schriftsteller Stephen Brennan liest ein Manuskript von „Father Ted“-Co-Autor Arthur Mathews.

Cú Chulainn statue, General Post Office, O'Connell Street

10. Cú Chulainn, General Post Office, O'Connell Street

Die Legende von Cú Chulainn ist im irischen Bewusstsein fest verankert – schon ab einem zarten Alter werden Kinder mit dieser Geschichte von Mut und Treue vertraut gemacht. Dieser Held der irischen Mythologie, der eigentlich Sétanta hieß, ist ein gälischer Krieger aus der keltischen Frühzeit, der übermenschliche Kräfte, Schnelligkeit und Geschicklichkeit besaß. Dass Cú Chulainn bei Kindern und Erwachsenen so beliebt ist, ist zu einem Teil wohl auch seinen erprobten Waffen zu verdanken: einem Hurley und einen Sliotar (Stock und Ball), zwei sinnbildlichen Elementen des irischen Nationalsports Hurling. Hier erzählt der Dubliner Schauspieler Peter Coonan die Lebensgeschichte dieses legendären irischen Kriegers in einem Text von Kinderbuchautor Eoin Colfer.

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