Irlands Mikrobrauereien

La Brasserie Hilden (Hilden Brewery), dans le comté d'Armagh, la plus ancienne brasserie indépendante de l'île d'Irlande
La Brasserie Hilden (Hilden Brewery), dans le comté d'Armagh, la plus ancienne brasserie indépendante de l'île d'Irlande

Irlands Pubs, Geschäfte und Speisekammern erleben eine wohlschmeckende Revolution.

Handwerklich gebraute Biere werden immer beliebter. Wirten und durstigen Kehlen im ganzen Land ist diese Tatsache nicht entgangen. Freunde von handwerklich gebrautem Bier entdecken immer neue Geschmacksrichtungen, neue Möglichkeiten und noch bessere Biere. Aber wer zeigt sich für diesen Trend verantwortlich? Die Antwort lautet: Irlands Mikrobrauereien.

Irlands Braukünstler nehmen es furchtlos mit den größten Marken der Welt auf. Diese Bier-Wissenschaftler experimentieren fleißig drauf los und zaubern aus verschiedensten Kombinationen von Hopfen, Malz, Hefe und Wasser ihre ganz eigenen, unvergleichlichen Geschmäcker.

Wichtigste Zutat dabei: die Hefe.

Laut Braumeistern und Bierkennern zugleich liegt das Geheimnis darin, die richtige Balance der Hefe in einem Gebräu zu finden. Jede Hefesorte hat zudem einen ganz eigenen Einfluss auf das Bier. Es ist also der Magie der Hefe und der Hingabe der Braumeister zu verdanken, dass Sie sich an jeden Schluck erinnern werden.

Die gute alte Zeit

Es mag überraschend klingen, aber im 19. Jahrhundert produzierten in Irland über 200 Brauereien die verschiedensten Biere. Im Laufe der Zeit reduzierte sich ihre Zahl bis auf überschaubare 12. Heutzutage aber steigt diese Zahl dank der unabhängigen Brauereien glücklicher Weise wieder stetig an. Allein 16 Mikrobrauereien sind heute in Irland am Werk.

Wir haben drei handwerkliche Produzenten nach dem Geheimnis ihres Erfolgs gefragt.

Hilden Brewery, Grafschaft Antrim

Die im 19. Jahrhundert gegründete Hilden Brewery ist Irlands älteste unabhängige Brauerei. Wie so Vieles in der Grafschaft Antrim hat auch Hilden eine Verbindung zur Titanic. Helen Barbour, die Tochter des Architekten des Schiffs, Thomas Andrews, wohnte einst in der Brauerei.

Owen Scullion von der Hilden Brewery erklärt den neuen Bier-Trend: „Viele Freunde des gepflegten Bieres entdecken, dass Bier keine Massenware sein muss. Es kann ein mit viel Sorgfalt und Hingabe produziertes Getränk sein, das dem Genießer immer neue Geschmackswelten eröffnet.“

Brauereiführungen: Mittwoch und Samstag; oder Gruppen von mehr als 8 Personen nach Anmeldung.

Das Bier probieren: In der Botanic Avenue in Belfast imMolly’s Yard oder im Hillside in Hillsborough, wo normalerweise 2 oder 3 verschiedene Sorten der Hilden Brewery ausgeschenkt werden.

Eight Degrees Brewing, Graschaft Cork

Die Braumeister von Eight Degrees stammen ursprünglich aus Australien bzw. Neuseeland. Sie haben sich aber die rebellische Grafschaft als Standort für ihre Brauerei ausgesucht. Jedes Mitglied des Brau-Teams, die übrigens allesamt die Braukunst in Großbritannien erlernten, packt fleißig mit an. Die Jungs haben einen besonderen Sinn für Humor und so beschreiben Sie ihr Sunburnt Red Ale wie folgt: „Gleicht einem Iren im Urlaub auf Gran Canaria: mit einem deutlich roten Farbton und einem entspannten, heiteren Feeling.“

Der Besitzer von Eight Degrees, Cam Wallace, erklärt was er selbst an handwerklich gebrautem Bier liebt. Es ist genau das, was es auch für den Genießer so spannend macht: „Wir können mit unseren Bieren experimentieren und flexibel sein. Das ist unser großer Vorteil.“ Kunden scheinen die Ergebnisse dieser Experimente zu lieben.

Brauereiführungen: Momentan nicht möglich. Die Lage der Brauerei in den Ballyhoura Mountains macht einen Ausflug in die Gegend aber dennoch lohnenswert.

Das Bier probieren: Im Mad Monk in Middleton, Grafschaft Cork.

Armagh Cider Company, Grafschaft Armagh

Dies ist ein echter Familienbetrieb. Seit über 100 Jahren ernten die Troughtons schon Äpfel auf dem Gut des Ballinteggart House. Während die Äpfel von Anfang an äußerst beliebt waren, begann die Produktion von Cider erst 2006. Seitdem aber sind die Troughtons kaum zur Ruhe gekommen.

„Wir verwenden vorwiegend den Armagh-Bramley-Apfel“, erklärt Helen Troughton, „der dann mit Cider-Äpfeln und Dessert-Äpfeln gemischt wird. Dies berechtigt uns, unsere Produkte mit der Auszeichnung „geschützte geografische Angabe“ zu versehen.“

Die Produktionsstätte besuchen:„Auf Grund von zahlreichen Anfragen, werden wir die Farm und Ciderpresse ab der Apfelblüte 2014 für Besucher öffnen.“ Genaueres wird demnächst auf der Website bekannt gegeben.

Den Cider probieren: Groucho’s in Richhill ist das ideale Pub, um die lokalen Biere und unsere Ciders zu probieren. Es steckt nicht nur voller Charakter, sondern bringt auch Leckeres auf dem Teller!

Wenn Sie also das nächste Mal in einem irischen Pub oder Restaurant sind, bestellen Sie unbedingt eines dieser mit so viel Hingabe produzierten Getränke. Laut der Bloggerin Erica Reed aus den USA haben die Bedienungen inzwischen ein tief gehendes Wissen und helfen gerne weiter: „Im einem Pub namens The Black Sheep in Dublin empfahl man mir ein St Peter’s Stout: einfach himmlisch.“

Am gleichen Abend besuchte Erica einen Freund. „Man drückte mir eine Flasche eines normalen, in Irland verkauften Bieres einer großen Marke in die Hand. Ich nahm einen Schluck und konnte kaum fassen, wie groß der geschmackliche Unterschied war“, schreibt Erica. Sie fügt hinzu, dass „handwerklich gebraute Biere mit einer Warnung verkauft werden sollten: Achtung, enthält Geschmack!“