Beatle Island

Es kommt selten vor, dass ein Immobilienmakler ein Objekt nur mit dem Boot erreichen kann. Es kommt auch selten vor, dass es sich bei dem Objekt um eine ganze Insel handelt. Es kommt noch seltener vor, dass diese Insel einmal John Lennon gehört hat

The Beatles in Dublin November 1963. Photograph: Dermot O'Shea zur Verfügung gestellt von The Irish Times
The Beatles in Dublin November 1963. Photograph: Dermot O'Shea zur Verfügung gestellt von The Irish Times

 

„Eine betörende Wasserwelt“

Als der Weg der BBC-Fernsehserie „Coast“ nach Irland führte, fand sich das Team schon bald an dem Abschnitt von Mayos Atlantikküste wieder, wo sich der Blick auf die Clew Bay öffnet. Dass die Guten davon mehr als beeindruckt waren, versteht sich von selbst. 

Die Einheimischen erzählten, dass der hiesigen Legende zufolge 365 Inseln dort verstreut liegen – eine für jeden Tag im Jahr. (In Wirklichkeit sind es etwa 117.) Im Jahr 1967 erwarb John Lennon für 1.700 Pfund eine dieser 117 Inseln für sich.

Ein perfekter Ort

Es ist eine schöne Vorstellung, dass Lennon auf dem Höhepunkt der Beatlemania mit all dem Gekreische, Rummel und dem endlosen Touren regelmäßig nach Dorinish floh und dort einfach nur sein Leben lebte. Er war definitiv ein Mann, dessen Vorstellungskraft enorm war. Er war jemand, der sich die angeborenen, zauberhaften, fast schon kindlichen Ideale von Hoffnung, Frieden und Liebe bewahrt hatte, die so charakteristisch für seine Generation gewesen waren. Angesichts der friedlichen Atmosphäre von Clew Bay, des sanften Rauschens der Brandung und des unvorstellbaren Grüns der verstreuten Inseln fällt es schwer, sich einen besseren Ort zum Träumen vorzustellen.

Hat Lennon also hier geträumt? Ein Zitat von seiner Frau, Yoko Ono, gibt einen Hinweis:

„Wir haben oft darüber diskutiert, dort ein Ferienhaus zu bauen. Es war so schön, so ruhig, so abgelegen, es schien der perfekte Ort zu sein, um allem zu entkommen. Leider wurde daraus nichts.“

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Das Leben hatte andere Pläne

Bis zu seinem Tod 1980 hatte Lennon die Insel nur einmal besucht. Michael Browne, der mit Lennon auf Dorinish war, sagte über den Besuch: „Er [Lennon] schwenkte die ganze Zeit eine Filmkamera hin und her, um ein Panorama von der Bucht zu bekommen.“

Das Leben, und das unglaublichste Musikphänomen der Welt, durchkreuzten Lennons Pläne, ein Haus auf der Insel zu bauen. Obwohl er eine Baugenehmigung erhalten hatte, fand der Mann aus Liverpool einfach nie die Zeit, sich hier niederzulassen. In der Zwischenzeit „verlieh“ er die Insel an den Friedensaktivisten Sid Rawle, besser bekannt als „Der König der Hippies“.

Beatle Island

Obwohl Yoko Ono die Insel vier Jahre nach seinem Tod wieder verkaufte (und den Erlös von 30.000 Pfund an ein irisches Waisenhaus spendete), ist die Insel unter den Einheimischen bis heute als „Beatle Island“ bekannt.

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