Der Sound des Wild Atlantic Way

THE SOUNDS OF THE WILD ATLANTIC WAY
Jede gute Autoreise verdient einen Soundtrack. Die Band Solomon Grey erkundete die gesamte Westküste Irlands und nahm die Klänge und Menschen auf, denen sie unterwegs begegnete. Ihr Ziel war es, einzigartige Musik für diese inspirierende Küste zu schreiben.

Schauen Sie den Film über ihre Reise an und lauschen Sie unten dem Soundtrack.

VORHANG AUF FÜR SOLOMON GREY
ZUM WILD ATLANTIC WAY

Das Projekt mit Solomon Grey kam Ende 2009 richtig in Schwung, als Tom Kingston und Joe Wilson in den Leuchtturm von Crookhaven in der Grafschaft Cork zogen, um dort zu leben und zu komponieren.

Die raue Landschaft inspirierte die beiden zu einem Großteil ihres ersten Albums.

Als die Idee für einen Soundtrack für den Wild Atlantic Way aufkam, passte die Verbindung der Band zur irischen Westküste perfekt zu ihren schöpferischen Interessen und Ausrichtung.

Dathanna – der Name der EP, bedeutet „Farben“ auf Irisch. Die Namen des Albums und der einzelnen Titel wurden zum Teil von den Farben inspiriert, die die Band auf ihrer Reise sah. Es handelt sich jedoch um mehr als nur Namen: Als die Band den Wild Atlantic Way bereiste, konnten sie die Farben tatsächlich spüren – eine Erfahrung mit allen Sinnen, die nur schwer in Worte zu fassen ist. In ihrer Musik setzen Solomon Grey diese Erfahrungen um. Der Text ist auf Irisch und die Worte entwickeln eine eigene poetische Schönheit.

GLAS/GREEN
TITEL EINS
Uilleann Pipes

Der irische Dudelsack hat mit seinem Klangbild und seinem breiten Tonumfang (zwei komplette Oktaven mit Zwischentönen) einen unverwechselbaren Klang. Der Dudelsack in diesem Titel wurde bei Mondschein vor Joe Watty’s Pub auf Inis Mor, eine der Aran-Inseln, aus dem Stegreif aufgezeichnet.

Der Dudelsack fügt dem vielschichtigen Klang der Streicher, Orgel und Synthesizer etwas unverkennbar Irisches hinzu und unterstreicht so die keltische Akkordfolge auf einzigartige Weise.

Cliffs of Moher

Hier lebt eine Vielzahl von Vogelarten und so wurden Papageientaucher, Lummen und viele andere Vögel aufgezeichnet. Der Widerhall von den Felswänden, gemeinsam mit dem Rauschen des Ozeans, bildet die verschiedenen Schichten dieses Titels.

Als hier Probeaufnahmen gemacht wurden, wurde auch der Hauptteil dieses Titels geschrieben. Die hohen Klippen wirkten wie unbezwingbare Festungen und die Band möchte mit diesem Titel zeigen, wie bedeutungslos sich ein Mensch im Vergleich zur ehrfurchtgebietenden Natur fühlt.

Eingefangene Klänge
Titel eins - „Glas/Green“

  • Der Titel wird mit den tosenden Wellen von Brow Head, Grafschaft Cork, eröffnet.
  • Die Klänge des Ozeans und die Vogelstimmen wurden oben auf den Cliffs of Moher in der Grafschaft Clare aufgezeichnet.
  • Die Uilleann Pipes wurden auf Inis Mor, Aran-Inseln, aufgenommen.
  • Die Aufnahme der Orgel erfolgte in der Kirche St Mary’s in Dingle, Grafschaft Kerry.
  • Der Gongschlag, der den Titel beendet, ist der Klang einer Boje in Mizen Head, Grafschaft Cork.

Kirchenorgel - Dingle, Grafschaft Kerry

Dieser Titel wurde mit einer klassischen keltischen Akkordfolge geschrieben. Die Orgel in der Kirche St. Mary's in Dingle erweckte sie mit einer natürlichen Akustik zum Leben.

Die eindringliche Orgel trägt zu der epischen und majestätischen Landschaft, die dieses Stück heraufbeschwört, bei: ein unbeschreiblich schönes Land, dessen Geschichte uralt und noch immer quicklebendig ist.

KIRCHENORGEL - DINGLE, GRAFSCHAFT KERRY
GORM/BLUE
TITEL ZWEI
Inis Mor

Der Titel „Gorm/Blue“ endet mit Klängen, die an den gewundenen Straßen von Inis Mor aufgenommen wurden. Denn obwohl dieser entlegene Außenposten im Atlantik ungeschützt vor der Westküste Irlands liegt, ist er voller Leben. Dieses Motiv ist taucht immer wieder in dem Titel auf und weckt Gedanken an die Auferstehung – daran in die mächtige Strömung des Ozeans gezogen zu werden und dann erfrischt und erneuert wieder aufzutauchen.

Mizen Head

Eine der wichtigsten transatlantischen Schifffahrtsstraßen führt dicht an Südirland vorbei. Daher ist Mizen Head für viele Seeleute der erste (oder letzte) Blick, den sie auf Europa werfen.

Dies war einst eine gefährliche Stelle, an der viele Schiffe verunglückten – dieser Titel endet mit einer Glocke, die von einem dieser Wracks geborgen wurde.

Eingefangene Klänge
Titel zwei - „Gorm/Blue“

  • Sanftes Wasserrauschen und der Galopp von Pferden eröffnen diesen Titel. Die Klänge wurden am Strand von Cleggan und Omey in der Grafschaft Galway aufgezeichnet.
  • Das Streicherarrangement wurde in Ballynahinch Castle in der Grafschaft Galway komponiert.
  • Die Unterwasserklänge wurden in Barley Cove in der Grafschaft Cork aufgenommen.
  • Auf Inis Mor, eine der Aran-Inseln, nahm die Band den Vogelgesang und andere Umgebungsgeräusche an den Sträßchen auf.
  • Dieser Titel endet mit dem Klang einer Glocke, die einst zu einem Schiff gehörte, das vor Mizen Head in der Grafschaft Cork Schiffbruch erlitt.

Wellen - Barley Cove, Grafschaft Cork

Ein Surfer aus der Grafschaft Cork fing den Klang der Wellen mit einem Mikrofon ein, dass an seinem Surfbrett befestigt war. Mit diesen Klängen tauchen wir unter die Wasseroberfläche und gewinnen eine neue Perspektive der Küste.

Wenn wir schließlich mit einem plötzlichen Energieschub aus dem Wasser schießen, ahnen wir, warum wagemutige Sportler dem Atlantik trotzen und die Wellen vor der Westküste Irlands reiten, die zu den besten der Welt zählen.

WELLEN - BARLEY COVE, GRAFSCHAFT CORK
DONN/BROWN
TITEL DREI

Irlands einzige Seilbahn, erbaut 1969, verbindet die friedliche Insel Dursey mit dem Festland. Ein Großteil dieser Aufnahme wurde von Dursey vor der Küste der Beara-Halbinsel inspiriert.

Der Klang der Seilbahn bildet den Rhythmus und das lebhafte Piano scheint auf die wiederkehrende Arbeitsweise dieser Maschine zu antworten.

Fährt man beinahe 25 m über dem Meer mit der Seilbahn, wirkt die Welt mit ihren Menschen, Tieren und Fahrzeugen winzig klein. Diese Vorstellung bestimmt das Tempo des Pianos. Dieser Teil wurde später auf der Reise in einer mondhellen Nacht am Leuchtturm von Fastnet noch abgerundet.

Bevor die Seilbahn gebaut wurde, brauchten die Bewohner der Insel ein eigenes Boot oder mussten sich mitnehmen lassen. Denis Healy, ein alter Bauer auf Dursey, erinnert sich an den Sommer, in dem sie gebaut wurde. Auf der Aufnahme erklärt er, wie sie das Leben soviel leichter machte ...

SEILBAHN - DURSEY, GRAFSCHAFT CORK
Kylemore Abbey

Seit 1920 ist Kylemore die Heimat einer Gemeinschaft von Benediktinerinnen. Die Burg hat eine bemerkenswerte Geschichte, in der die Liebe und das Leid einer Familie gleichermaßen eine Rolle spielt. Mitchell Henry, ein Textilmagnat, baute die Burg als Zuhause für seine Familie. Als seine Frau unerwartet mit nur 45 Jahren in Ägypten starb, beauftragte Henry den Architekten J. F. Fuller zu ihrem Andenken eine Miniaturkathedrale zu errichten. Hier schrieben Solomon Grey die Klaviermusik für diesen Titel.

Crookhaven

Obwohl die Reise von Solomon Grey auf dem Wild Atlantic Way nicht hier begann, nimmt ihre Geschichte dennoch hier ihren Anfang. Die Band suchte einen Ort, an dem sie fern dem Stadtlärm komponieren konnte. Der Leuchtturm von Crookhaven, wo Joe als Kind seine Ferien verbrachte, war da einfach ideal. Hier schrieb die Band zum großen Teil ihr Debütalbum. Als sie zurückkehrten, komponierten sie diesen Pianopart als ein Stück, das das Tempo und den wiederkehrenden Charakter der Seilbahn wiedergibt.

Eingefangene Klänge
Titel drei - „Donn/Brown“

  • Die Seilrollen der Seilbahn auf der Insel Dursey verleihen diesem Titel seinen rhythmischen Takt.
  • Das „Dröhnen“, das besonders im Intro zu hören ist, ist das Rumpeln der Seilbahn – die Schwingungen klingen im Holz der Kabine wider.
  • Hier auf Dursey wurden auch die Erinnerungen des Bauern aufgenommen, die als Gesangsstimme dienen.
  • Der Pianopart wurde in Kylemore Abbey in der Grafschaft Galway konzipiert und in Crookhaven in der Grafschaft Cork vervollständigt.

BUI/YELLOW
TITEL VIER

Irische Poesie - Inis Mor, Aran Islands

Treasa Ni Cheannabhain trug das Gedicht auf Gälisch, der Hauptsprache auf Inis Mor, am Strand von Kilmurvey vor. Es handelt von allwöchentlichen Besuchen der Sonntagsmesse.

Die lebhaften Erinnerungen veranschaulichen auch die Tradition der heute noch von Hand hergestellten Strickwaren der Insel.

„Sie sind mir noch gut im Gedächtnis. Weiße Strickpullover und weiße Hemden, blaue Hemden und graue Unterhemden, Hosen und Unterhosen aus handgesponnenem Material. Erwachsene, Kinder und Senioren auf dem Weg zur Sonntagsmesse, ein langer Fußmarsch ... Erinnerungen, die ich nicht vergessen werde. Lange rote Petticoats, blaue Mäntel mit einem Tupfen Farbe ... schwere Halstücher aus Galway ...“

IRISCHE POESIE - INIS MOR, ARAN ISLANDS
Skellig Michael

Das Kloster auf Skellig Michael wurde im 12. Jahrhundert verlassen, doch die bienenkorbförmigen Zellen sind heute noch zu sehen. Auf der beschwerlichen Reise hierher wurde der Pizzicato-Part für die Streicher geschrieben. Die Energie der Streicher gibt die positive Spannung und das Gefühl von Abenteuer auf See wieder. Beides verwandelt sich bei der Ankunft auf der insel in eine meditative Ruhe.

Kalimba

Obwohl das Kalimba kein traditionell irisches Instrument ist, wurde es für diesen Titel als eines der ersten aufgezeichnet. Gespielt wurde es von Ronan Kearney im Fort An Grianan. Es ist ein hinreißendes Instrument mit einem zauberhaft melodischen Klang.

Eingefangene Klänge
Titel vier - „Bui/Yellow“

  • Das Kalimba wurde im Fort An Grianan in der Grafschaft Donegal aufgenommen.
  • Treasa Ni Cheannabhain rezitierte das Gedicht am Strand von Kilmurvey auf Inis Mor, Aran-Inseln.
  • Das Fiddle-Solo spielte Maire Breatnach in Dingle, Grafschaft Kerry.
  • Auf der Reise nach Skellig Michael schrieb die Band den Pizzicato-Part für die Streicher.

Fiddle - Dingle, Grafschaft Kerry

Die Fiddle ist wahrscheinlich das urtypische irische Musikinstrument. Máire Breatnach improvisierte dieses unsagbar schöne Fiddle-Solo als Begleitung für das Gedicht.

Sie ist eine von Irlands bekanntesten Fiddle-Spielerinnen und auf Alben so unterschiedlicher Künstler wie Mike Oldfield, Brian Kennedy und Bryan Adams zu hören.

FIDDLE - DINGLE, GRAFSCHAFT KERRY
DEARG/RED
TITEL FÜNF

Es heißt, irische Musik könne man nur begreifen, wenn man „tiefes Verständnis für den Sean-Nós-Gesang“ besäße, da dies „der Schlüssel zu jedem Schloss“ sei. Es handelt sich dabei um einen sehr kunstvollen irischen Gesangsstil ohne Begleitung. Auf Inis Mor wurde aufgezeichnet, wie Teresa Millane ein 400 Jahre altes Liebeslied sang. Wir haben hier einige der Strophen übersetzt:

Junger Donal, wenn du übers Meer fährst
Nimm mich mit und vergiss mich nicht
Dann hast du das Geschenk eines Markttags
Und die Tochter des griechischen Königs neben dir im Bett.

Du gabst mir ein Versprechen, doch du hast gelogen,
Dass du mich im Lämmerstall treffen willst
Ich pfiff und rief dich zweihundert Mal
Doch meine einzige Antwort waren die blökenden Schafe.

Du nahmst mir den Osten und den Westen
Du nahmst mir den Mondschein und die Sonne
Du stahlst mein Herz aus meiner Brust
Ich fürchte sehr, dass du mir auch Gott nahmst.

SEAN-NÓS-GESANG - INIS MOR, ARAN ISLANDS

Chor - Fort An Grianan in der Grafschaft Donegal

Dies war die erste Aufnahme auf dieser Reise. Schon als der Chor das Fort betrat, war klar, dass die Akustik hier einzigartig ist. Das liegt zum Teil auch an den 4,5 m dicken Wänden.

Dieser Titel basiert auf einer melancholischen Mollakkordfolge – die traditionelle irische Tonart wurde gegen eine romantischere ausgetauscht, die gut zu den Chorstimmen passt. Das tiefe Summen erfüllt den Sean-Nós-Gesang und ergänzt die tiefen Orgeltöne.

CHOR, FORT AN GRIANAN, GRAFSCHAFT DONEGAL
Brow Head

Der auffallende, wie eine Rasierklinge geformte Felsen ragt an der Südwestspitze Irlands in den Ozean. Hier lebte einst Marconi, dem die erste transatlantische Funkübertragung gelang und der auf dieser entlegenen Halbinsel einen großen Teil seiner Forschungen durchführte.

Der Titel endet mit Wellen, die auf Brow Head aufgezeichnet wurden – sein an eine Rückkopplung erinnernder Charakter scheint wie eine Anspielung an den Erfinder des Funkgeräts.

Fort An Grianan

Grianan von Aileach diente vom 5. bis 12. Jahrhundert als königliche Zitadelle und zeichnet sich durch eine eindrucksvolle Aussicht auf Lough Fouyle und Lough Swilly sowie die Grafschaften Donegal, Derry-Londonderry und Tyrone aus.

Die Wuchtigkeit und Form seiner befestigten Mauern verlieh dem hier aufgenommenen heimischen Chor eine besondere Akustik.

Eingefangene Klänge
Titel fünf- „Dearg/Red“

  • Der Chor wurde im Fort An Grianan in der Grafschaft Donegal aufgenommen.
  • Der Sean-Nós-Gesangspart wurde am Strand von Kilmurvey auf Inis Mor, Aran-Inseln, aufgezeichnet.
  • Die Akkordfolge für die Orgel wurde in Clifden geschrieben und in Dingle in der Grafschaft Kerry aufgenommen.
  • Die gallopierenden Pferde wurden am Strand von Omey in der Grafschaft Galway aufgezeichnet.
  • Der Titel endet mit den tosenden Wellen von Brow Head in der Grafschaft Cork.

Pferde - Strand von Omey, Connemara, Grafschaft Galway

Connemara, wo der Galopp aufgezeichnet wurde, ist berühmt für die einheimischen Connemara-Ponys.

Das Donnern der Pferdehufe am Strand durfte keinesfalls auf dieser EP fehlen. Sie verleihen diesem Lied mit seinen 400 Jahre alten Wurzeln ein ausdrücklich zeitgemäßes Ende.

Die starken und zähen Tiere wurden speziell für diese raue Gegend gezüchtet. Es heißt die Connemara-Ponys stammen von skandinavischen Pferden ab, die von den Wikingern nach Irland gebracht wurden. Im 18. Jahrhundert wurden sie mit Araberpferden gekreuzt, um sie schneller zu machen.

PFERDE - STRAND VON OMEY, GRAFSCHAFT GALWAY