Internationales Beckett Festival in Enniskillen

Jährlich lädt die nordirische Stadt Enniskillen zum Happy Days Beckett Festival. Mit hochkarätiger Theaterbesetzung und Schlüsselwerken der Neuen Musik verspricht es ein wahres Happening zu werden.

Samuel Beckett, der bedeutendste Dramatiker der Moderne, verbrachte in Enniskillen auf der traditionsreichen Portora Royal School seine Jugendjahre. So sollte das erste Beckett Festival 2012 das absurde Theater des Großmeisters in all seinen Facetten beleuchten und seinen Einfluss auf das Schaffen der literarischen Moderne nachzeichnen.

Das Ereignis wurde ein solcher Erfolg, dass es nun einen dauerhaften Platz im irischen Festkalender hat. Vom 23. Juli bis 3. August 2015 heißt es wieder: „Warten auf Godot in Enniskillen“. Und was anfangs als literarischer Appetithappen gedacht war, wird bei den 4. Internationalen Spieltagen zum Galadinner mit berühmten Theatermachern. In 2014 führten aus Deutschland Schauspieler und Regisseur Klaus Maria Brandauer, Theaterdirektor Peter Stein und der Komponist und Regisseur Heiner Goebbels die Riege der Beckett-Interpreten des 20. Jahrhunderts an. Aus den USA reiste der Schauspielkünstler Steve McQueen (12 Years a Slave) an, aus Großbritannien kam der musikalische Minimalist Gavin Bryars und für Irland stand die Theaterschauspielerin Fiona Shaw auf der Bühne.

Das Festival wurde mit einem Doppelfeature des berühmtesten und meist gespielten Beckett-Werks „Warten auf Godot“ eröffnet. Einmal in der französischen Inszenierung „En Attendant Godot“ mit der clownesken und kabarettistischen Theatergruppe NoNo aus Marseille und einmal auf Jiddisch „Wartn Af Godot“ mit der New Yorker Formation New Yiddish Rep. Die französische Aufführung ist in Irland die Erste in Originalsprache seit der Uraufführung des Werks in Paris 1953.

Höhepunkte des Festivals 2014 waren die Neuproduktion von „Krapp´s Last Tape“ (Das letzte Band, 1958) mit Klaus Maria Brandauer in der Solorolle und die musikalische Theaterinterpretation von Becketts spätem Prosatext „Worstward Ho“ durch Heiner Goebbels. Ein extremer Aufführungsraum, den nur Enniskillen zu bieten hat, lag in den Marble Arch Caves. In den phantastischen Klangräumen der Tropfsteinhöhlen, die man nur mit Booten erreicht, kam John Cages Meisterwerk „Roaratorio – an Irish Circus on Finnegans Wake“ zur Aufführung (ausnahmsweise ein Joyce-Werk). Es wurde mit Teilen aus der getanzten Version von Cages späterem Arbeits- und Lebenspartner Merce Cunningham begleitet und knüpfte in der wirklich einmaligen Atmosphäre der Unterwelt das Band zur Happening- und Fluxusbewegung der 1950 Jahre.

Musikalisch wurde die Festivalzeit mit drei Konzerten zu „Godots Erwarten“ von Gavin Bryars in der St. Michael‘s Church, der Presbyterian Church und der St. Macartin‘s Cathedral begleitet. Auch Becketts Lieblingsstück „Winterreise“ von Franz Schubert wurde in der Kathedrale geboten. Vielfältige künstlerische Projekte in Galerien und auf öffentlichen Plätzen unterstrichen während der Spieltage auch jene Figuren, aus denen Beckett seine Inspiration bezog, wie Pantomimen, Zirkusleute, Clowns und Slapsticks. Daneben machten sich auch Enniskillens Geschäftsleute mit speziellen Angeboten vom Beckett-Burger bis zum Beckett-Haarschnitt ihren kleinen Spaß aus dem Festival. 

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