Museen in Irland

Irlands Museen haben für jedes historische Interesse etwas zu bieten. Winzige Mikromuseen findet man ebenso wie bekannte nationale Einrichtungen mit unbezahlbaren Schätzen.

„Möchten Sie die Hinterlassenschaften eines Dinosauriers in den Händen halten?“ Keine Sorge, die irische Gastfreundschaft hat nicht gelitten. Das ist nur eine der Fragen, die man Ihnen – und Ihren Kindern – im Ulster Museum stellen könnte.

In diesem mehrstöckigen Wunderland mitten in Belfasts Botanic Gardens gibt es von einem Dinosaurierskelett bis zu einer ägyptischen Mumie, von einer Ausstellung zur Irish Home Rule bis zu erstklassiger zeitgenössischer Kunst einiges zu sehen. Für junge Entdecker werden spezielle Museumspläne und interaktive Entdeckungszentren angeboten.

Auch im Irish National Heritage Park in Wexford lässt sich lebendige Geschichte erleben. In diesem Freilandmuseum können Sie Gold waschen oder sogar in einem Ringfort übernachten. Im Copper Mine Museum auf der Beara-Halbinsel in Cork oder dem Cork Butter Museum erfahren Sie alles über das Kulturerbe der Region.

Archäologie und Geschichte

Sie wollen eine 2.300 Jahre alte Moorleiche persönlich kennen lernen? Oder interessieren Sie sich eher für den Ardagh Chalice, den reich verzierten Kelch von Ardagh? Er wurde von zwei Jungen beim Graben in einem Kartoffelfeld gefunden. Das sind nur zwei Beispiele für die vielen Artefakte, Schätze und Ausstellungsstücke, die man im National Museum of Archaeology in Dublin bewundern kann.

Auch in regionalen Museen gibt es viel zu erleben. Im Kerry County Museum können Sie zum Beispiel versuchen einen 500 Jahre alten Mord aufzuklären. Der ungeklärte Fall findet sich im Keller. Man nimmt an, dass das Opfer mit dem Schwert ermordet wurde. Wenn Sie schon einmal dabei sind, können Sie sich gerne eine Schaufel nehmen und bei der Ausgrabung eines Skeletts helfen ...

Hungersnot und Auswanderung

Die Große Hungersnot der 1840er Jahre gehört zu den tragischsten Episoden der Geschichte Irlands. Viele Museen und kulturelle Sehenswürdigkeiten des Landes erinnern an diese Zeit. In Doagh in der Grafschaft Donegal kann man sogar ein Dorf aus der Zeit der Hungersnot besichtigen. In New Ross in der Grafschaft Wexford steht das Dunbrody Famine Ship, die Rekonstruktion eines Auswandererschiffes.

In der Grafschaft Roscommon erzählt das Irish National Famine Museum von der „größten sozialen Katastrophe des 19. Jahrhunderts in Europa“. Das Museum ist ungewöhnlicher Weise im Stallhof des Strokestown Park House untergebracht. Herrenhäuser wie dieses waren ein Symbol für das damalige Großgrundbesitzer/Pächter-System. Ein Besuch dort ist eine bedrückende Erfahrung. Mehr über die Zeit nach der Hungersnot erfahren Sie im Irish Museum of Country Life in der Grafschaft Mayo.

Der Ulster American Folk Park in Omagh in der Grafschaft Tyrone erzählt vom persönlichen Schicksal der Menschen, die während der letzten dreihundert Jahre aus Irland ausgewandert sind. Dazu gehören auch die Geschichten der vielen tausend Iren, die über den Atlantik in die Neue Welt losgezogen sind. Die Reise beginnt in den strohgedeckten Häuschen Ulsters, geht an Bord eines überfüllten Segelschiffs weiter und endet an der amerikanischen Grenze.

Verkehrsmuseen und Oldtimer

Wenn Sie Fahrzeuge mögen, werden Sie das Ulster Folk and Transport Museum in Holywood in der Grafschaft Down lieben. Alte Dampfmaschinen, elektrische Straßenbahnen, Doppeldecker-Busse und Oldtimer kann man dort in einer spannenden Ausstellung bewundern. Das ungewöhnlichste Ausstellungsstück stammt jedoch nicht aus der Vergangenheit. Es stammt aus der Zukunft oder der Vision, die man 1980 davon hatte. Der DeLorean DMC-12, der als Zeitmaschine in den Zurück in die Zukunft-Filmen mitspielte, wurde in Belfast gebaut.

Verborgene Schätze wie diesen findet man überall im Land. Ein weiteres Beispiel ist das National Transport Museum in Howth Demesne in Dublin. Freiwillige haben dort akribisch eine Sammlung von Fahrzeugen ab dem Jahr 1883 zusammengestellt. Oldtimer wie das 1911er Modell T von Ford sind im Zuhause der Vorfahren von Henry Ford in Lisselan in der Grafschaft Cork zu sehen.

Modernes Design und Textilien

In Museen geht es natürlich nicht immer um Gebäude oder Archäologie. Manchmal wird ausgestellt, was wir früher getragen und wie wir gelebt haben. Das gilt zum Beispiel für das National Museum of Decorative Arts and History, das in den früheren Collins Barracks in Dublin untergebracht ist.

In einer der Ausstellungen dieses Museums wird Kleidung und Schmuck gezeigt, die ab den 1760er Jahren in Irland getragen wurden. Man erfährt – wie Sie zweifellos vermutet haben –, dass die Iren durchaus modebewusst sind.

Nicht nur nationale Museen beschäftigen sich mit unserem Stil. Vom Sheelin Antique Irish Lace Museum in Enniskillen in der Grafschaft Fermanagh über das Irish Linen Centre and Lisburn Museum bis zum schicken Museum of Style Icons von Newbridge Silverware in der Grafschaft Kildare wird so ziemlich jede vorstellbare Nische abgedeckt.