Nervenkitzel Carrick-a-Rede Hängebrücke

Die nordirische Sehenswürdigkeit ist eine Herausforderung und doch wert überquert zu werden. An klaren Tagen kann man hier bis zur schottischen Küste schauen.

Einen Schritt und noch einen Schritt, ich schwitze. Neben dem schmalen Steg in der Mitte kann ich die Seilkonstruktion und die Wasseroberfläche tief unter uns sehen. Meine Höhenangst hat voll eingesetzt. Einen Schritt und noch einen … ich weiß, diese Brücke ist nicht das Konstrukt von Lachsfischern, die einst hier auf der kleinen Insel auf reichen Fang hofften. Diese Brücke ist eine Sehenswürdigkeit und ihre Flexibilität und das stetig leichte Schwanken ein Ausdruck ihrer Wetterbeständigkeit. Also weiter und an die Seevögel denken, deren Beobachtung mich auf der anderen Seite erwarten wird.

Eine praktikable Lösung

Lang ist sie nicht, die Brücke. Zwanzig Meter breit ist der dreißig Meter tiefe Spalt zwischen dem nordirischen Eiland und der Küste. Die Brücke wurde 2008 neu errichtet und besteht aus Douglasienholz und Stahlseilen. Beidseitige Handläufe und dazwischen gespannte Netze geben den Überquerenden Halt. Zwischen März und November können Besucher die Carrick-a-Rede Hängebrücke überqueren.

Schon seit 350 Jahren gibt es hier eine Brücke. Das Wetter machte das Übersetzen zu den Lachsgründen mit dem Boot häufig schwierig oder sogar unmöglich. Daher griffen die Fischer zu diese praktikable Lösung. Zu Beginn wurde sie sogar nur für die Fangsaison gespannt. Ein wackeliges Konstrukt, mit weit auseinander liegenden Holztritten und einem einseitigen Handlauf war sie auch noch in den 70er-Jahren, kaum zu vergleichen mit der heutigen Brücke.

An den Klippen der Insel und der gegenüberliegenden Küste gibt es große Kolonien an Seevögeln. Hier kann man Papageientaucher, Eiderenten, Sturmvögel, Kittywakes, Lummen und Tordalke beobachten. Und spätestens für die putzigen „Puffins“, wie im Englischen die Papageientaucher genannt werden, lohnt es sich ein großes Objektiv oder ein Fernrohr mitzubringen.

Die Carrick-a-Rede Hängebrücke ist sicher eine Herausforderung für Höhenängstliche, aber sie ist es wert überquert zu werden. Mich haben eine großartige Aussicht – bei guter Sicht bis Schottland – sowie großartige Fotomotive vollkommen entlohnt. Und auf dem Rückweg war es dann auch gar nicht mehr so schlimm ...

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