Es ist April 2012. Gemeinsam mit Jude Law ist auch Jeremy Gilley in Derry-Londonderry um das Peace One Day-Konzert zu moderieren. Jeremy sieht sich zum ersten Mal den Veranstaltungsort Ebrington Square an. Er ist begeistert. „Ich kann mir keinen besseren Ort für das Konzert vorstellen!“ Und er hat recht. In Ebrington fanden nicht immer Konzerte statt: Bis vor 10 Jahren war hier eine Militärkaserne. Mit dem Peace One Day-Konzert begann das neue Leben von Ebrington Square als Veranstaltungsort für Live-Musik.
Ab dem 1. Januar 2013 wird die ganze Stadt Derry-Londonderry zur Bühne für kulturelle Höhepunkte. Ein kurzer Blick auf den Veranstaltungskalender bestätigt: Musik wird dabei eine große Rolle spielen.
Other Voices ist der Inbegriff eines intimen Konzerts. Aus einer kleinen Steinkirche in Dingle in der Grafschaft Kerry hört man Live-Musik pur. Die Mischung aus guter Akustik und perfekten Stimmen ohne jeglichen Schnickschnack ergibt magisches Musikfernsehen. Sinead O’Connor, Florence and the Machine, Jose Gonzalez, Jarvis Cocker, Snow Patrol ... Die großen Namen kamen, sahen und sangen. Wunderschön. Abgesehen von einem Ausflug nach New York hat Other Voices noch nie außerhalb von Dingle stattgefunden. Das wird sich 2013 in Derry-Londonderry ändern.
Musik ist ein großes Thema für Derry-Londonderry 2013. Other Voices ist ein Beweis dafür. Ein zweites großes Thema sind Premieren. Als Beweis dient Fleadh Cheoil.
Zeit für traditionelle Musik
Sie müssen sich Fleadh Cheoil als die Olympischen Spiele der traditionellen irischen Musik vorstellen. Ehrgeizige Musiker, hart umkämpfte Titel. Aber vor allem ein großer Spaß. Mitten auf der Straße werden Bühnen aufgebaut, Kinder tragen schwere Bodhráns, Geigen und Flöten und auf dem Gehsteig wird getanzt. Ein Blick auf die Städte, in denen Fleadh Cheoil seit 1951 stattgefunden hat, ist vielsagend: Der Wettbewerb wurde noch nie in Nordirland ausgetragen.
Was kommt also beim Fleadh auf Derry-Londonderry zu? Der Musikjournalist Colin Irwin beschrieb die Veranstaltung in der britischen Zeitung Guardian als „wild und wundervoll“. Auf der Facebook-Pinnwand von Fleadh Cheoil äußerte sich David Mills ähnlich beeindruckt über das Festival 2012 in Cavan:
„Kinder, die mir bis zum Knie gingen, spielten Akkordeon als hätten sie seit 50 Jahren nichts anderes gemacht! Ein kleines Mädchen auf einer der Bühnen, sie war vielleicht gerade mal 7 Jahre alt, hatte ihre Geige besser im Griff als die meisten Erwachsenen. Traditionelle Musik ist nach wie vor aktuell.“
Musiktalente
Wer Londonderrys musikalisches Erbe kennt, wird nicht überrascht sein, dass Musik auf der Bühne der britischen Kulturstadt eine Hauptrolle spielt. Die Liste der musikbegabten Söhne und Töchter der Stadt ist lang: Feargal Sharkey und The Undertones, Sänger-Songwriter Phil Coulter, Nadine Coyle von Girls Aloud und Glee-Star Damian McGinty. Die Melodie zur berühmten rührigen Ballade Danny Boy ist dank ihrer Herkunft auch als The Londonderry Air bekannt. Hier liegt Musik nicht nur in der Luft, sondern auch im Blut.
Johnny McDaid, Songwriter für Gruppen wie die nordirischen Musiktalente von Snow Patrol, ist stolz aus Derry-Londonderry zu stammen. Wenn es nach Johnny geht, kann 2013 gar nicht früh genug kommen:
„Derry liegt am Rand des Meeres, am Rand des Landes und am Rand Europas. Aber als britische Kulturstadt ist Derry endlich genau dort, wo es hingehört: im Mittelpunkt, wo die vielen Talente, die Kreativität und die Atmosphäre der Stadt im Scheinwerferlicht stehen.“
Hört, hört.