Wie Irland Halloween erfunden hat

Halloween festival in Derry/Londonderry
Halloween festival in Derry/Londonderry

Wetten, Sie dachten, der erfolgreichste irische Export wäre das Irish Pub? Oder vielleicht die Paraden zum St. Patrick's Day?

Wenn ja, liegen Sie falsch.

Kennen Sie die riesige Feier, die am 31. Oktober stattfindet und weit und breit als Halloween bekannt ist? Wir haben sie erfunden.

Halloween entwickelte sich ursprünglich aus dem 2.000 Jahre alten keltischen Fest Samhain. Das Wort ‚Samhain‘ kommt aus dem Altirischen und bedeutet ‚Ende des Sommers‘. Die irischen Heiden verehrten den natürlichen Zyklus des Lebens. Dabei waren die Jahreszeiten-Wechsel von besonderer Bedeutung. Man glaubte, dass an Samhain die Grenze zwischen dieser Welt und der nächsten verschwimmen würde und die Seelen der toten Vorfahren sie überschreiten könnten.

Vermutlich mit Tierköpfen und -fellen verkleideten sich die Kelten als böse Geister. So wollten sie sich davor schützen, von den bösen Geistern entführt zu werden. Riesige Feuer wurden entzündet, um den gutgesinnten Geistern den Weg zu weisen.

Die Umwandlung von Samhain zu Halloween erfolgte im 7. Jahrhundert, als das Christentum den 1. November zu Allerheiligen, auf Englisch ‚All Hallows‘, erklärte. Der Abend vor Allerheiligen war damit ‚All Hallows’ Eve‘, was über die Jahre zu Halloween wurde.

Derry-Londonderry verkleidet sich

Man erfindet etwas, und dann wird es perfektioniert. Das ist ein natürlicher Prozess und genau das ist Derry-Londonderry mit dem Banks of the Foyle Halloween Carnival gelungen.

Während des viertägigen Festivals gleicht die Stadt dem Filmset eines Halloween-Films. Es wirkt, als hätten die Regisseure des Films Die Hexen von Eastwick eine Forschungsreise nach Derry-Londonderry unternommen, bevor sie ihre aufwendigen Szenen drehten. Perfekt geschnitzte Kürbisse grinsen grotesk, es gibt eimerweise Süßigkeiten und jeder in der Stadt ist verkleidet.

Der Bürgermeister Kevin Campbell drückt es so aus: „Niemand kann so gut Halloween feiern wie Derry-Londonderry. Alle reden darüber und planen ihre Kostüme schon Wochen im Voraus.“

Je gruseliger, desto besser

Der gruselige Karneval lockt 25.000 Besucher an. 2010 führten Tanzgruppen am Guildhall Square Thriller auf, und Akrobaten turnten in einer vom Film Day of the Dead inspirierten mexikanischen Show. 2012 konnte man Gestaltwandler auf dem Laufsteg bewundern und an einer Drachensafari teilnehmen.

Neben Spukhäusern, Apfeltauchen, Geisterjäger-Touren und Geistergeschichten-Erzählern organisiert die Stadt einen Umzug, ein Puppentheater, einen Markt und Gruselfilme. Beim großen Finale erleuchtet ein Feuerwerk den Himmel.

Natürlich ist mit das Beste an diesem Fest das Verkleiden. Sollten Sie es wagen sich am 31. Oktober innerhalb der berühmten Stadtmauern von Londonderry aufzuhalten ohne wenigsten einen lustigen Hut zu tragen, sind Sie hoffnungslos under-dressed.

Sie werden auch durstig bleiben, denn die Barkeeper weigern sich, Nicht-Verkleidete zu bedienen!

Bei Halloween geht es schließlich hauptsächlich um Ihr inneres Kind.