Eine Alternative zu Weltraumreisen?

Haben Sie 200.000 Dollar übrig? Dann können Sie mit Virgin Galactic ins All reisen. Falls Sie nicht das notwendige Kleingeld haben, um mit Tom Hanks zu den Sternen zu reisen, dann ist Irlands Westküste ein toller Ersatz.

Da ist zum Beispiel der Burren. Die dramatische Landschaft aus grauem Kalkstein in der Grafschaft Clare könnte sich durchaus auf einem fremden Planeten befinden. Gerüchten zufolge soll J.J. Abrams die Gegend sogar als Drehort für seinen nächsten Star-Wars-Film in Betracht ziehen.

Aber der Burren ist nicht nur wegen des Kalksteins etwas Besonderes. Das einzigartige Ökosystem ist Heimat von Pflanzen der verschiedensten Klimazonen, von arktischen bis zu mediterranen Gewächsen. Mit zarten roten und violetten Fuchsien und rosafarbenem Storchenschnabel bietet die vielseitige Pflanzenwelt der Gegend im späten Frühling ein wahres Farbspektakel.

Fachfrau

Mary Howard kennt sich mit dem Burren hervorragend aus. Sie leitet geführte Wanderungen für interessierte Besucher. Sie erzählt, dass die Besucher oft überrascht von dem sind, was sie bei der Erkundung des Burren entdecken.

„Diese eindrucksvolle kahle Kalksteinlandschaft ist in Wirklichkeit gar nicht so kahl“, erklärt Mary. „Es ist eine lebendige Landschaft, nicht nur durch die vielen wilden Blumen, sondern auch weil sie landwirtschaftlich genutzt wird. Besucher sind oft fasziniert, wie das Vieh geschickt die Clints (Kalksteinblöcke) und Karren (tiefe schmale Furchen) des Burren überwindet.“

Tatsächlich ist der Burren unterirdisch genauso faszinierend wie an der Oberfläche. Abenteuerlustige Besucher können das verzweigte Netzwerk tiefer Höhlen erkunden oder die temporären Karstseen (Turloghs) untersuchen, die hier und da auf der harten Oberfläche zu finden sind.

Frühgeschichte

Der Burren ist aber nicht nur ein Naturschutzgebiet. Hier, am Rand der Grafschaft Clare, findet man Hinweise auf die frühesten Zivilisationen Europas. Der Poulnabrone-Dolmen ist 5.800 Jahre alt. Bei der imposanten Felsenstruktur handelt es sich um eine alte Begräbnisstätte, die älter als die ägyptischen Pyramiden ist. Sie verrät uns viel Interessantes über die Bestattungsbräuche des prähistorischen Irlands.

Als Einheimische kann Mary Howard am besten beschreiben, wie es sich anfühlt hier zu sein:

„Ob umgeben von Kalksteinschichten auf dem Blackhead mit Blick auf die Galway-Bucht, oder auf dem Mullaghmore-Berg im Burren National Park inmitten der schroffen Terrassen dieses spirituellen Ortes - für mich ist die Landschaft etwas ganz Besonderes. Und all das darf ich mein Zuhause nennen.“

Wild Atlantic Way

Der Burren mag isoliert erscheinen, aber er ist Teil von etwas Größerem: dem Wild Atlantic Way. Der Wild Atlantic Way ist 2.500 km lang und damit die längste ausgewiesene Küstenroute der Welt. Die Reise führt an der ganzen rauen, wilden Westküste Irlands entlang. In den neun Grafschaften, durch die der Wild Atlantic Way führt, finden sich zahlreiche Attraktionen, die dem Burren Konkurrenz machen können.

Bloody Foreland 

In Mullaghmore in Sligo zum Beispiel warten 30 m hohe Wellen auf Adrenalinjunkies. In Städten wie Dingle und Waterville in der Grafschaft Kerry dagegen, ist die Gastfreundschaft der Einwohner eine Attraktion an sich. Auf dem Wild Atlantic Way gibt es keine halben Sachen. Es lohnt sich, die ganze Strecke zu fahren. Aber auch wenn Sie nur einen kleinen Teil bewältigen, wird das Ihre Lebensgeister wecken.

Sie glauben uns nicht? Die 100 Museen und Sehenswürdigkeiten, die 53 Strände mit der blauen Flagge, die 39 Kirchen, Abteien und Klöster sowie die sieben National- und Waldparks sprechen für sich.

Der Weltraum mag die letzte Grenze sein, doch es lohnt sich, die Erde kennen zu lernen, ehe man zu den Sternen reist.

Der Burren und der Wild Atlantic Way sind dabei ein guter Anfang.