Spaziergänge zu Irlands Vergangenheit

Hands Across the Divide statue in Derry - Londonderry
Hands Across the Divide statue in Derry - Londonderry

„Man kann Geschichte am allerbesten zu Fuß zu erleben.ˮ Dieser Meinung ist zumindest Neil Hegarty

Neil ist der Autor des Buches „Dublin: A View from the Ground". Er sagt uns: „Geschichte beginnt an der Basis der Gesellschaft. Sie findet in Straßen und Gebäuden statt." Die irischen Städte eignen sich aufgrund ihrer niedrigen Bauweise und ihrer Dimensionen perfekt für die Erkundung zu Fuß. Selbst die Hauptstadt Dublin ist da keine Ausnahme.

Derry~Londonderry ganz unkompliziert erleben

Obwohl er jetzt in Dublin wohnt, ist Neil Hegarty stolz in Derry~Londonderry aufgewachsen zu sein: „Bei einem Spaziergang um die Stadtmauer aus dem 17. Jahrhundert bekommt man einen ziemlich guten Einblick in unserer komplizierte Vergangenheit. Man findet Hinweise auf Kolonialismus, politische Geschichte und die Stadtplanung der „Plantation".

Bei der Stadtführung „Derry City Tours" werden die Besucher durch die Stadtgeschichte geleitet: Erkunden Sie das Stadtviertel Bogside und erfahren Sie alles Wissenswerte über die Murals (Wandmalereien), die Apprentice Boys oder die Marschsaison. Es ist eine sehr informative Tour. Auf TripAdvisor haben 225 von 234 Bewertenden sie mit „ausgezeichnet" benotet. Ein Besucher aus Boston nennt sie sogar: „Die beste Stadtführung, die ich je erlebt habe."

Belfast: von viktorianischer Schönheit bis zu berühmten Docks

Eine andere Stadt in Nordirland, Belfast. Es liegt „wunderschön auf Hügeln mit einer unglaublich weiten Aussicht südwestwärts bis zum Strangford Lough", schwärmt der britische Autor Will Self in der Zeitung „New York Times".

Der Stadtspaziergang „Historic Belfast“ folgt dem historischen Straßenverlauf von 1660. Mit ihm entdecken Sie den Prunk und die Sehenswürdigkeiten des viktorianischen Belfasts. Eine andere Seite der Stadt erleben Sie bei Führungen zur politischen Geschichte, die von ehemaligen politischen Gefangenen geleitet werden. Und sollte Ihnen eher der Sinn nach etwas Außergewöhnlichem stehen, können Sie am „Belfast Ghost Walk“ teilnehmen, einer nächtlichen Geisterführung.

Aber die Seele der Stadt liegt in den Docks. Hier wurde 1911 das berühmteste Schiff der Welt gebaut. Ganz der Titanic gewidmet, ist die 2012 frisch eröffnete Touristenattraktion Titanic Belfast. Laut der Zeitung „The Washington Post" ist sie „umwerfend und beeindruckend". Ihr Konzept „Erleben mit allen Sinnen" wurde im deutschen Magazin Der Spiegel näher beschrieben.

Das neue Museum ist toll, aber nur bei der „Titanic Walking Tour" bekommt man einen echten Eindruck von der Größe des Schiffes. Während dieser Führung kann man einen Blick in das Trockendock der Titanic werfen. Das ist empfehlenswert, denn diese Tour hat nicht umsonst bei TripAdvisor fünf Sterne.

Die „Titanic Experience" in Cobh in der Grafschaft Cork

Eingefleischte Titanicfans sollten unbedingt Cobh in der Nähe der Stadt Cork besuchen. In diesem Hafen legte die Titanic zum letzten Mal an. Ein Großteil der Stadt hat sich seitdem kaum verändert. Wie zum Beispiel der Pier, an dem die Passagiere einstiegen. Auch hier gibt es eine Ausstellung und eine Stadtführung. Die Ausstellung der „Titanic Experience" wurde im Februar 2012 im ehemaligen Bürogebäude der White Star Line in Cobh eröffnet. Ergänzend dazu empfehlen wir den Titanic Trail: „Allein für den Enthusiasmus und die Leidenschaft des Stadtführers lohnt sich diese Führung schon", berichtet uns ein Besucher aus London.

Auf den Spuren der großen Hungersnot in Mayo

Um jemanden richtig zu verstehen, muss man erst eine Meile in seinen Schuhen gegangen sein, sagt man in Irland. Der Famine Walk in der Grafschaft Mayo bietet eine beeindruckende Möglichkeit dazu. „Es ist eine wunderschöne Wanderung", schreibt Charlie Connelly, der Autor von „And Did Those Feet: Walking Through 2000 Years of British and Irish History". „Die charakteristische Silhouette des Croagh Patrick erhebt sich aus dem Nebel und begleitet einen fast den ganzen Weg über."

1849 liefen hier keine Wanderer oder Touristen: Auch in Louisborough gab es Missernten aufgrund der Kartoffelfäule und es herrschte eine Hungersnot. Ein Gerücht, dass sich unter den 600 Einwohnern verbreitete, brachte sie dazu zur über 24 Kilometer entfernten Delphi Lodge zu wandern. Es war eine hoffnungslose Suche nach Almosen, auch hier gab es keine Nahrung für sie. Entkräftet starben viele auf dem Weg nach Hause. Diesen Weg zu gehen ist eine sehr bewegende Erfahrung.

Wir sind einer Meinung mit den Autoren Connelly und Hegarty: Wege zu gehen, die in der Vergangenheit eine Rolle spielten, machen Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes erfahrbar.

Probieren Sie es aus. Vielleicht ist es die beste Lektion in Geschichte, die Sie je erleben werden.

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