Das Connemara-Pony: Ein Teil von Connemaras Seele

Die Geschichte des einheimischen Connemara-Ponies wird in einer Ausstellung im Erdgeschoss des Station House Museum in Clifden erzählt

Cleggan Riding Centre
Cleggan Riding Centre

Zur Ausstellung gehört ein Kurzfilm. Die in ihm gezeigte Landschaft könnte im heutigen Connemara sein. Aber an den Menschen sieht man, dass er definitiv in der Vergangenheit spielt. Junge Männer in gestrickten Pullovern reiten ohne Sattel auf Ponys durch die Brandung. Ein Züchter rudert mit einem Boot zu seinen auf einer Insel lebenden Stuten. Sein Hengst Island Night schwimmt hinterher.

Cleggan Riding Centre, Connemara
Cleggan Riding Centre, Connemara

Vergangene Zeiten

Heutzutage ziehen nur noch wenige Connemara-Ponies Wägen mit Torf. Und noch weniger Züchter lassen ihre Hengste zu Stuten-Harems schwimmen. Fast wäre das trittsichere, gutmütige Connemara-Pony nach der Erfindung des Automobils aus seiner Heimat verschwunden. Es ist ein unglaubliches Glück für Irland, dass dies nicht geschah. Den Grund dafür können Ihnen Einheimische nennen: Mit den Ponys wäre ein Stück von Connemaras Seele verloren gegangen. Doch das Schlimmste konnte verhindert werden und heute kümmert sich die Connemara Pony Breeders’ Society um den Erhalt der Rasse.

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Auf dem Rücken der Pferde ...

Fraglos, die Einheimischen lieben dieses trittfeste, springstarke und genügsame Pony. Aber auch in der ganzen Welt hat es Freunde gewonnen. Wenn Sie Lust haben die Gegend auf dem Rücken dieser schönen Tiere zu erkunden, wenden Sie sich am Besten an Willie Leahy und das Aille Cross Equestrian Centre. Dieser ungewöhnliche Mann ist unter Anderem der Gründer des Pferde- und Heimatmuseums „Dartfield Horse Museum and Heritage Centre“ in Galway. Er hilft Ihnen gerne in den Sattel. Willie ist seit Jahren der führende Züchter für Connemara-Ponys. Außerdem hat er überhaupt damit begonnen Reitausflüge für Urlauber in Connemara zu organisieren. Obwohl das Urgestein inzwischen über 70 Jahre alt ist, gibt er auf dem Pferderücken immer noch eine gute Figur ab. Stundenlang führt er Reiter über weite Sandstrände, vorbei am Rand des Moores bei Roundstone und nach oben auf die Erhebung Errisbeg Hill. Wie Willie selbst sagt, „die Faszination und Magie, die man hier auf dem Rücken eines Pferdes erlebt, kann man kaum beschreiben.“

Märkte und Shows

Ein Reitausflug ist eine Möglichkeit, den gutmütigen Charme der Ponys kennen zu lernen. Eine andere ist ein Besuch des regelmäßig in Clifden stattfindenden Pferdemarkts „Connemara Pony Sales“. Hier kann man die Tricks und Kunstfertigkeit der Pferdehändler erleben. „Sogar Käufer aus San Francisco und Tokio kommen hierher“, sagt John Riordan von Lishmar Connemara Ponies. „Das liegt an der Charakterstärke der Ponys – sie sind so gutmütig und vielseitig.“ In Clifden, welches als die „Hauptstadt von Connemara“ gilt, findet außerdem das einwöchige „Festival of the Connemara Pony“ statt. Seinen Höhepunkt bildet die berühmte Connemara Pony Show – die größte Connemara-Pony-Ausstellung der Welt. Dabei zeigen die Ponys bei Prüfungen und Wettbewerben vor dem wachsamen Auge der erfahrenen Jury ihr Können. 

Wikinger oder Spanier?

Aber wie sind diese sanftmütigen und genügsamen Ponys überhaupt nach Irland gekommen? Die Geschichte der Ponys ist umstritten. Eine Version vermutet, dass nach dem Sinken der spanischen Armada 1588 vor der Westküste Irlands, Araber-Pferde ans Ufer schwammen und sich mit den einheimischen Ponys vermischten. Eine andere These besagt, dass ihre Ursprünge auf die Wikingerzeit zurückgehen. Doch egal was sich als richtig herausstellen wird. Eines ist sicher: Das durchschnittlich 144 cm hohe Connemara-Pony verdankt seine großartigen Eigenschaften der rauhen, kargen Landschaft im Westen Irlands. Durch jahrhundertelange, natürliche Zuchtauswahl auf kargen, vom Geröll übersäten und von Steinmauern durchzogenen Hängen enstanden, ist es ein ganz besonderes Pony: wendig, trittsicher, springfreudig – mit einem kräftigen Körperbau und einem guten Charakter. Erleben Sie es in freier Wildbahn und reisen Sie in sein Heimatland: Connemara.

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