Kirchen, Klöster und Kathedralen

In Irland muss man nicht lange suchen, um ein religiöses Gebäude mit einer langen, faszinierenden Geschichte zu finden.

Das ist nicht überraschend für ein Land, das jahrhundertelang eines der christlichen Zentren Europas war. Es fing klein an mit einem Mann namens Patrick, der ein Kleeblatt pflückte und die Schlangen verbannte. Nach und nach verbreitete sich seine Botschaft dann auf der ganzen Insel. Wegweisende Heilige wie Brigid, Kevin und Comgall folgten und gründeten Klöster von internationaler Bedeutung.

Mit den Jahrhunderten und trotz Unterbrechungen durch Wikinger, Normannen und Cromwell erlebten Irlands Klöster, Kirchen und Kathedralen eine Blütezeit und hinterließen uns ein reichhaltiges architektonisches Kulturerbe. Das Problem ist nicht zu entscheiden, welche Kirchen man besuchen sollte. Das Problem ist zu entscheiden, welche man auslässt.

Eine Klasse für sich: Irlands Kathedralen

In Armagh gründete der heilige Patrick seine erste Kirche. Dort finden Besucher heute auch nicht nur eine, sondern gleich zwei nach ihm benannte Kathedralen. Wie das? Die Stadt ist die Hauptstadt der katholischen und evangelischen Kirche Irlands. Beide haben ihre Kathedralen nach Irlands Nationalheiligem benannt.

Dublins beeindruckendste Kathedrale ist mit Sicherheit die Christ Church Cathedral. Die wunderschöne Kathedrale beheimatet einen der besten Chöre Irlands, ein Archiv mit einer der ältesten Sammlungen von Aufzeichnungen und eine Krypta. Letztere soll der älteste erhaltene Bau der Stadt sein … Übrigens findet man dort auch eine mumifizierte Katze und eine ebensolche Maus, die die Spitznamen Tom und Jerry tragen.

Nur fünf Minuten entfernt liegt St Patrick’s Cathedral. Jonathan Swift, der Autor von Gullivers Reisen, war hier bekanntlich Dekan. Genau wie die Besucher heute bewunderte er mit Sicherheit das Strebewerk, die gepflegten Gärten und die heraldischen Fahnen, die den hoch aufragenden Innenbereich der Kathedrale schmücken.

Zeugen vergangener Zeiten: Irlands Klöster

Die Architektur der Zisterzienser gehört zur schönsten in Europa. In Mellifont Abbey in der Grafschaft Louth, dem ersten Zisterzienser-Kloster Irlands, können Sie sich davon überzeugen. Sie war das Vorbild für alle Abteien des Ordens in Irland. Beim Besuch der Ruine fühlt man sich schnell in die Vergangenheit zurückversetzt. Im achteckigen Waschraum kann man sich leicht vorstellen, wie sich die Mönche hier vor dem Essen die Hände gewaschen haben.

Jerpoint Abbey, eine Abtei aus dem 12. Jahrhundert in der Nähe des charmanten Dorfes Thomastown in der Grafschaft Kilkenny, ist ein weiteres Schmuckstück der Zisterzienser. In den Ruinen der Abtei gibt es einiges zu entdecken: einen Turm, eine Kirche mit romanischen Elementen und einen Bogengang mit einzigartigen Schnitzereien.  

Auch Bangor Abbey in der Grafschaft Down sollten Sie auf keinen Fall verpassen. Sie wurde im Jahr 558 n. Chr. vom heiligen Comgall gegründet und war einst die Heimat von fast 3.000 Mönchen. Der Friedhof ist voller interessanter alter Grabsteine, zum Beispiel dem von John Edward Simpson. Er war Assistenzart an Bord der Titanic.

Oasen der Ruhe: Irlands Kirchen

Sie interessieren sich für unbekannte Kirchen?  Sehen Sie sich unbedingt die Whitefriar Church in Dublin an. Dort werden Reliquien des heiligen Valentin in einem kleinen, mit Wachs versiegelten Holzkästchen aufbewahrt. Jedes Jahr am 14. Februar wird das Reliquiar zusammen mit vielen Ehe- und Verlobungsringen gesegnet.

Zwei Meilen außerhalb von Downpatrick können Sie den Kreis mit einem Besuch der Saul Church schließen. Sie ist die Replika von St Patricks erster Kirche in Irland. Zwei auf einen Streich gibt es auf dem Campus der Maynooth University zu bewundern: Die Kirche am St Patrick’s College wurde von Pugin, dem Meister der neugotischen Architektur, entworfen. Die College Chapel dagegen hat den größten Altarraum der Welt.