Das Ruinenwunder – Glendalough

The Valley is home to one of Ireland’s most impressive monastic sites founded by St. Kevin in the 6th Century
The Valley is home to one of Ireland’s most impressive monastic sites founded by St. Kevin in the 6th Century

Die Klostersiedlung des Heiligen St. Kevin aus dem 6. Jahrhundert ist das Prunkstück des Wicklow Mountains National Park… aber vergessen Sie Ihre Wanderstiefel nicht

Das Geräusch bis auf den Boden herunterklappender Kinnladen ist in Glendalough nichts Neues. Seit tausenden von Jahren hört dieses zauberhafte Gletschertal die bewundernden Worte der vielen Besucher, die hierher kommen…

„Wenn Sie das wilde und romantische Irland in seiner reinsten Form erleben wollen, ist Glendalough genau das Richtige für Sie“, empfiehlt der Reiseführer Lonely Planet.

Über 150 Jahre zuvor schrieb der Romanautor William Makepeace Thackeray: „Vom Charme dieses wundervollen Ortes kann man nur schwärmen.“ „Wenn Sie einmal hier waren, wird der Ort für immer zu Ihrem Freund und Sie sind jedes Mal glücklich, wenn Sie an ihn zurückdenken.“

Das liegt daran, dass die Natur und die spirituelle Seite von Glendalough (der Name bedeutet ‚Tal der zwei Seen‘) schlicht spektakulär sind. Das Tal entstand während einer Eiszeit vor tausenden von Jahren, als sich auch aus Bergströmen und Flussablagerungen die Seen Upper und Lower Lake bildeten, die heute bei Wanderern so beliebt sind.

Im Herzen des Gebiets liegt die Klostersiedlung, die im 6. Jahrhundert vom heiligen Kevin gegründet wurde. Sie trug dazu bei, dass die Gegend zu einem der meistbesuchten Orte Irlands wurde.

Eine Stadt in den Bergen

Die Klostersiedlung des heiligen Kevin war zu ihrer Zeit eine richtige Stadt mit einem 30 m hohen Rundturm, einem Eingangstor, mehreren Kirchen, einer Kathedrale, Bauernhäusern und einer beträchtlichen Laienbevölkerung, die dazu beigetragen hat, dass die Siedlung 500 Jahre lang zu den großen religiösen Zentren Irlands zählte.

Der rauen Witterung ausgesetzt, wurde Glendalough von den Wikingern geplündert, von einem Feuer zerstört und 1398 schließlich von den Normannen erobert.

Dublins Schutzheiliger St. Laurence O’Toole war ein ehemaliger Abt von Glendalough. Er kehrte jedes Jahr in der Fastenzeit dorthin zurück, um 40 Tage in einer Höhle zu verbringen, die als St. Kevin’s Bed bekannt ist.

Die Höhle kann man aus Sicherheitsgründen nicht besichtigen, aber es gibt eine gute Fotomöglichkeit über dem Upper Lake von der Miner’s Road aus. 

Eine Wanderung durch die Geschichte

Der Grund, warum Glendalough die Seele berührt, ist die Lage des Ortes im Herzen des Wicklow Mountains National Park. Das Tal hat neun Wanderwege zu bieten (Wanderkarten sind bei der Information vor Ort erhältlich) und ist eine willkommene Station auf dem Wicklow Way. Dieser 130 km lange Wanderweg führt von Dublins Marlay Park bis nach Clonegal in der Grafschaft Carlow.

Die Route ist bekannt für ihre guten Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung – seien Sie aber nicht überrascht, wenn Sie keine Lerchen sehen. Der Legende nach schworen die Arbeiter, die die ursprüngliche Kathedrale in Glendalough bauten, „mit den Lerchen aufzustehen und mit den Lämmern zu Bett zu gehen“. Da der Vogel aber so früh aufstand, waren sie bald schon erschöpft.

Der heilige Kevin betete um eine Lösung, und von diesem Tag an hat in dem verzauberten Tal keine Lerche mehr gesungen.

Aber da ist der Vogel selbst schuld, oder?