Irlands christliches Erbe

Glendalough, County Wicklow

Beeindruckende Hochkreuze, reich verzierte Hostienkelche und kunstvoll illustrierte Manuskripte: Wenn es um Irlands christliches Erbe geht, steckt der Teufel im Detail.

Man hätte es den religiösen Männern und Frauen im frühchristlichen Irland zwischen 400 und 800 n. Chr. wirklich nicht übel nehmen können, wenn sie aufgegeben hätten. Sie lebten in harten Zeiten. Große Teile Europas wurden von den Vandalen und den Westgoten heimgesucht und in Irland verbreiteten plündernde Wikinger Angst und Schrecken. Es wäre sicherlich einfacher gewesen, die Arbeit niederzulegen und sich dem Honigwein zu widmen. Stattdessen arbeiteten Irlands Mönche in diesen von Gewalt dominierten Zeiten an wunderbaren Manuskripten mit leuchtenden Seiten aus Tinte und Blattgold. Rundtürme wurden errichtet, um Schätze und Menschen zu beschützen und aufwendige Hochkreuze erweckten die Bibel zum Leben wie eine frühzeitliche Version von PowerPoint.

Kunstvolle Details

Das Book of Kells wurde um das Jahr 800 n. Chr. geschaffen und ist heute im Trinity College Dublin zu sehen. Es ist einer der wenigen erhaltenen Schätze aus diesem goldenen Zeitalter. Noch immer suchen Wissenschaftler nach Antworten auf die Fragen, wo dieses Meisterwerk kreiert wurde und wie es all die Wirren der vergangenen 1200 Jahre überstand. Doch die Geheimnisse dieses Manuskripts steigern die mysteriöse Anziehungskraft nur noch weiter. Sicher ist, dass es im Jahr 1654 vom Statthalter von Kells, Grafschaft Meath, zur sicheren Aufbewahrung nach Dublin gebracht wurde. Heute können Besucher in der Old Library des Trinity College zwei der vier Bände aus nächster Nähe bestaunen. 

Doch im Trinity College erwarten Sie noch viele weitere Schätze, einschließlich dem Book of Durrow, dem Book of Armagh und dem Book of Dimma, eine Schrift im Taschenformat mit einem aufwendigen Etui.

Hochkreuze und hohe Kunst 

In frühchristlichen Zeiten konnten nur wenige Menschen lesen. Daher mussten Mönche, um das Wort Gottes zu verbreiten, Einfallsreichtum an den Tag legen und mehr als nur wunderschön verzierte Bücher schaffen. Irlands Hochkreuze mit den kunstvoll gemeißelten Bibelszenen zeigen, wie einfallsreich die frommen Männer waren.

In der im 6. Jahrhundert gegründeten Klostersiedlung Clonmacnoise, Grafschaft Offaly, zeugen drei Hochkreuze von der Kunstfertigkeit der frühchristlichen Steinmetze. Das vier Meter hohe „Cross of the Scriptures“ ist auf allen Seiten mit einmaligen, detailreichen Figuren versehen und ein echtes Highlight. Es wird gemeinsam mit den anderen im Informationszentrum ausgestellt, um es vor den Launen des irischen Wetters zu schützen.

Doch Clonmacnoise ist bei Weitem nicht die einzige Stätte, die ein unvergessliches Erlebnis verspricht. Die historische Stadt Kells ist ebenfalls für ihre kunstvollen Hochkreuze mit biblischen Szenen berühmt. In der Grafschaft Tyrone befindet sich das älteste Hochkreuz in Nordirland, das „Ardboe High Cross“ aus dem 10. Jahrhundert. Es steht auf dem Gelände eines einstigen Klosters, das vom heiligen Colman gegründet wurde. „Ard Boe“ bedeutet „Hügel der Kuh“, eine Anspielung auf die Legende der magischen Kuh, die angeblich beim Bau des Klosters half. 

Während die Arbeiter schufteten und die Steinmetze meißelten, lieferte diese fantastische Kuh angeblich endlose Vorräte an Sahne, Milch und Butter. 

Beeindruckende Türme

Trotz der oftmals dürftigen Fundamente sind heute in Irland noch über 70 Rundtürme erhalten. Diese wurden nicht nur als Wachtürme errichtet, sondern auch, um aus großer Entfernung gesehen zu werden. Wer Zuflucht, Sicherheit und das Gebet suchte, war hier goldrichtig. Deutlich wird dies zum Beispiel am beeindruckenden Rundturm von Glendalough oder am nadelähnlichen Turm der Stadt Antrim.

Viele frühchristliche Stätten sind das Zuhause einer ganzen Anzahl von Schätzen – ein Besuch in einer Klostersiedlung lohnt sich also gleich mehrfach! In der Grafschaft Louth zum Beispiel erwarten Sie in der Klosterstätte Monasterboice ein Rundturm und gleich zwei Hochkreuze. Achten Sie hier auf dem „Muiredeach’s Cross“ auf die aufwendigen Bibelszenen. Die Bösewichte in der Szene der Gefangennahme Christi sind als Wikinger dargestellt, bis zu den kleinsten Details wie dem Schmuck.

Wie gesagt, der Teufel steckt im Detail!


Historisches Irland

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