Auf Schatzsuche – Wracktauchen vor Irlands Küste

Von gesunkenen U-Booten bis zu Luxusdampfern, der Meeresgrund vor der Küste Irlands hält so manche Überraschung bereit.

„Wenn ich ins Wasser steige, fühle ich immer eine erwartungsvolle Vorfreude. Man weiß ja nie, was einen in der Tiefe erwartet.“ Der Wracktaucher Geoff Millar von Malin Head Shipwrecks in Donegal muss es wissen. Er kennt sich wie kaum ein Zweiter in der kalten blauen Tiefe vor der Küste Irlands aus. Am Tauchen dort reizt ihn besonders das Unvorhersehbare. Wird er ein deutsches U-Boot finden? Oder wird es ein Dampfschiff sein, welches während der Überfahrt nach Amerika von einem Torpedo zur Strecke gebracht wurde?

Geoff Millar taucht im Wrack der HMS Justicia, einem 1914 von Harland & Wolff in Belfast gebauten Ozeandampfer

„Kurz bevor man das Wrack erreicht, schlägt das Herz schon ein wenig schneller,“ berichtet Geoff Millar. „Es ist ungeheuer aufregend, wenn es endlich ins Blickfeld kommt. Gedanken rasen einem durch den Kopf. Warum mag es untergegangen sein? Und natürlich denkt man auch an die Opfer, die die Katastrophe gefordert haben mag.“

In Irland erwarten Sie keine farbenprächtigen Korallenriffe unter Wasser. Das heißt aber noch lange nicht, dass ein Tauchgang hier langweilig ist. . Im Gegenteil: Es befinden sich einige der besten Tauchspots zum Wracktauchen in ganz Europa auf der grünen Insel. Noch lange wurden nicht alle Schätze geborgen: Im Juni 2012 zum Beispiel wurden zwei gigantische Anker des deutschen Waffenschmugglerschiffs „Aud“ im Cork Harbour gefunden. Dort ist das Schiff 1916, beim Versuch Munition nach Irland zu schmuggeln, gesunken.

Unterhalb des irischen Meeresspiegels bilden viele verschiedene Meereslebewesen einen lebendigen Kontrast zu den mysteriösen Schiffswracks, die sie bewohnen. Laut dem Taucher Geoff Millar befindet sich die weltweit größte Ansammlung von havarierten deutschen U-Booten aus dem zweiten Weltkrieg direkt vor der irischen Küste – 116, um genau zu sein.  Sie liegen vor Malin Head an der Küste der Grafschaft Donegal. Geoff meint, dass das klare Wasser des Atlantiks Tauchern hier die beste Sicht in Irland und vielleicht sogar in ganz Europa bietet. „Aber vor Malin Head liegen auch eine große Anzahl gesunkener Ozeandampfer“, erzählt er.

Zahlreiche faszinierende Wracks lassen sich hier entdecken, zum Beispiel die HMS Justicia. Der Ozeandampfer wurde 1918 von einem deutschen U-Boot torpediert. Es hat eine berühmte Schwester: Die Harland & Wolf Werft baute ebenfalls die RMS Titanic. Oder erforschen Sie die SS Laurentic, die als Linienschiff der White Star Line Reederei die Route Liverpool-Montreal fuhr und tausende Emigranten nach Kanada gebracht hat. Zum Beginn des ersten Weltkriegs wurde sie zu einem Truppentransporter umgebaut. Drei Jahre später, im Januar 1917 lief die SS Laurentic vor der Halbinsel Fanad auf eine Mine. Sie sank innerhalb einer Stunde und nahm 354 der 475 Besatzungsmitglieder mit sich in die Tiefe. Aber sie nahm noch etwas anderes mit ... 3211 Goldbarren, von denen 20 bis heute nicht gefunden wurden!

Ebenfalls vor Malin Head gesunken: Das Wrack der Athenia, einem britischen Passagierdampfer, der 1939 vom deutschen U-Boot U30 versenkt wurde. Das Dampfturbinenschiff war das erste zivile Schiff, dass den Kriegswirren zum Opfer fiel.

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Die maritime Schönheiten im Norden

Vor der Grafschaft Antrim in Nordirland bietet die irische See ebenfalls großartige Wracktauchspots. Hier finden Sie allerhand verschiedene Wracks auf dem Meeresgrund − von Schmugglerschiffen bis hin zu Kohlefrachtern.</p>

Island Magee, zwischen Larne und Whitehead an der Küste nördlich von Belfast, bietet Ihnen mit seinen 15 bis 60 m hohen Unterwassersteilwänden Strömungs- und Ufertaucherlebnisse der Extraklasse.

Übrigens: Einer der eindrucksvollsten und am wenigsten besuchten Tauchspots des United Kingdoms liegt bei den Maidens, Felseninseln 9 km vor der Küste vor Ballygalley, in der Nähe von Larne.

Moderne Schatzsucher wird interessieren, dass in irischen Gewässern vor der Nord- und Westküste auch Wracks der spanischen Armada aus dem 16. Jahrhundert, bzw. der französischen Flotte aus dem 19. Jahrhundert zu finden sind.

Die Tauchgänge rund um die grüne Insel lohnen sich, denn wer weiß, welche Geheimnisse die irische See noch in sich birgt?

Aber die grüne Insel ist auch über den Wellen und diesseits der Strände entdeckenswert. Sehen Sie sich an, was die Tauchlegende Jacques Cousteau über die grüne Insel zu sagen hatte.

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